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Buchtipps 2019 Frühjahr & Sommer

Buchtipps 2019 Frühjahr & Sommer

Das Yoga-Bilderbuch (Alexander Eichhorn)

Das Yoga-Bilderbuch

Alexander Eichhorn

ab 3 Jahren

„Mama, machen wir heute wieder Jokhart?"

Sie kann es zwar noch nicht richtig aussprechen, aber unsere 3 ½-jährige Tochter macht mit dem Yoga-Bilderbuch von Alexander Eichhorn gerne Yoga. Die Bilder von Birgit Schössow sprechen für sich, für die Erwachsenen gibt es kurze Informationstexte und mit der beiliegenden CD kann angeleitet geübt werden. Für uns ein rundum gelungenes Mitmachbuch!

Birgit Rupp

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Mein Leben mit Martha (Martina Bergmann)

Mein Leben mit Martha

Martina Bergmann

Porträt einer ungewöhnlichen Lebensgemeinschaft

Die Buchhändlerin Martina Bergmann erzählt in ihrem autobiographischen Roman von ihrem Leben mit Martha, einer eigenwilligen und witzigen an Demenz erkrankten alten Dame. Die Freundschaft der beiden entsteht, als Martina in ihrem Laden Heinrich kennenlernt, Marthas Lebensgefährten. Sie beginnt, sich um die beiden betagten Leute zu kümmern. Nach Heinrichs Tod verkündet Martha, dass sie natürlich zu Martina gehört, und die Wohn- und Lebensgemeinschaft der zwei Frauen nimmt Formen an. Die Autorin beschreibt in heiter-gelassenem Ton vom Alltag mit Martha, deren Demenz Heinrich immer als „poetische Verfassung“ bezeichnet hat. Dabei spart sie auch die anstrengenden Aspekte nicht aus: bürokratische Hürden, Behördengänge, aber vor allem die Einmischung einiger vermeintlich „besorgter“ Mitmenschen. Im Mittelpunkt jedoch steht die Beziehung zweier unkonventioneller Frauen, die ihre Umwelt und den Leser oft in Staunen versetzen. Ein charmantes, kurzweiliges Buch, das Mut macht.

Jutta Schleinkofer

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Über Meereshöhe (Francesca Melandri)

Über Meereshöhe

Francesca Melandri

Es gibt keine Mauer, die höher ist als das Meer

Bereits ihre Bücher „Eva schläft“ und „Alle außer mir“ haben mir ausgesprochen gut gefallen. Daher habe ich mich gefreut, dass der Wagenbach Verlag dieses Buch von Francesca Melandri wieder aufgelegt hat. Luisa, eine Bergbäuerin, und Paolo, ein ehemaliger Lehrer, verbringen zwangsweise eine Nacht auf einer italienischen Gefangeneninsel. Luisa besucht ihren Ehemann, der im Jähzorn zwei Menschen umgebracht hat, und Paolo seinen einzigen Sohn, den Terroristen, der im Namen der Revolution getötet hat. Ein aufkommender Sturm zwingt sie, auf der Insel  zu bleiben. Behutsam und zögerlich beginnen die beiden, sich einander anzuvertrauen und über ihr Leben als Ehefrau bzw. Vater eines Mörders zu sprechen.
Eine fiktionale Geschichte, die Ende der 70er Jahre spielt zur Zeit der Roten Brigaden und der Ermordung Aldo Moros.
Ein Buch, das mich sehr beeindruckt hat.

Margret Thorwart

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Ein wirklich erstaunliches Ding (Hank Green)

Ein wirklich erstaunliches Ding

Hank Green

Roboterskulpturen und Digital Natives

April May, 23-jährige Grafikdesignerin, entdeckt auf dem späten Heimweg von ihrem Job mitten in Manhattan die riesige Skulptur eines Roboters. Ein Werbegag? Ein Kunstwerk? Egal. Als „Digital Native“ nimmt sie mit einem Freund erst mal schnell ein kleines Video auf, in dem sie über Carl, wie sie die Figur nennt, berichtet und sich Gedanken macht, woher er wohl kommen mag. Dieses Video findet schnell weltweite Verbreitung, zumal sich herausstellt, dass mehr als sechzig weitere Carls auf der Welt verteilt stehen. Da April die Erste ist, die über Carl berichtet hat, wird ihr sehr viel Aufmerksamkeit zuteil und sie quasi zu einer Carl-Spezialistin. Die Menschheit rätselt. Woher kommen die Carls? Was wollen sie hier? Und dann stellt sich heraus, dass sie kommunizieren. Hank Green stellt in seinem fulminanten Debut, das vage an den SciFi-Filmklassiker „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ erinnert, nicht einfach die Frage,  wie sich die Menschen in einer solchen Situation verhalten, sondern erzählt auch vom Leben in einer Welt, in der sich Nachrichten und Meinungen in Sekundenschnelle verbreiten. Ein junger, moderner Roman. Lesenswert!

Sven Puchelt

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Wo wir zu Hause sind (Maxim Leo)

Wo wir zu Hause sind

Maxim Leo

Meine verschwundene Familie

Maxim Leo begibt sich in „Wo wir zu Hause sind“ auf die Spurensuche nach seinen familiären Wurzeln. Während des Nationalsozialismus wird seine jüdische Familie aus ihrem gewohnten Leben gerissen und im Kampf ums Überleben in die ganze Welt verstreut. Leo zeigt anhand des Schicksals seiner drei Großtanten Hilde, Irmgard (Nina) und Ilse sowie deren Familien wie unterschiedlich ihr Leben von da an in der Fremde verläuft.
Er trägt Erinnerungen zusammen, liest Briefe und Tagebücher, befragt die Verwandten und schafft so ein lebendiges Bild einer erstaunlichen Familie.
Als Leser kann man sich den spannenden und anrührenden Schilderungen kaum entziehen. Was diese Chronik aber so bemerkenswert und hoffnungsvoll  macht, ist die Verknüpfung von Vergangenem und Gegenwart.
Die junge Generation schreibt die Familiengeschichte weiter. Durch einen erstaunlich unverkrampften Umgang mit der Vergangenheit kann die Zukunft für einige sogar mit einer Rückkehr in die alte Heimat  beginnen.
Am Ende hat Maxim Leo seine „verschwundene  Familie“ gefunden und sich die Frage gestellt, ob sie nicht doch schon immer da gewesen ist, so vertraut, wie sie sich anfühlt. Eben Familie.

Elke Weirauch-Glauben

 

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Die Liebe im Ernstfall (Daniela Krien)

Die Liebe im Ernstfall

Daniela Krien

Die Liebe vom Ernstfall aus betrachtet

Romantik und Gefühle stehen meist am Anfang, aber  die Beständigkeit von Liebe zeigt sich erst im Ernstfall. Und solche Ernstfälle gibt es viele im Buch. Es erzählt die Geschichte von fünf  eigenwilligen  Frauen, die entweder familiär oder freundschaftlich miteinander verbunden sind. Jeder Frau ist ein Kapitel gewidmet. Und wie Daniela Krien über ihren Alltag, ihre Beziehungen bzw. deren Scheitern und ihre Sehnsucht nach Beständigkeit im Leben und in der Liebe erzählt, ist als Thema sicher nicht neu, aber absolut lesenswert.

Margret Thorwart

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Worauf wir hoffen (Fatima Farheen Mirza)

Worauf wir hoffen

Fatima Farheen Mirza

Wie kann man wissen, welche Momente einen Menschen prägen?

Der Roman beginnt mit der Hochzeitsfeier von Hadia, der ältesten Tochter von Laila und Rafik. In unchronologischen Rückblenden aus verschiedenen Perspektiven nehmen wir nun Anteil an der Geschichte einer indischen Familie muslimischen Glaubens in den USA. Während die Töchter Hadia und Huda sich den strengen religiösen Regeln unterwerfen und sich dem Leben in der islamischen Gemeinde anpassen, hat der  jüngste Sohn Amar durch seine hohe Empfindsamkeit damit große Probleme und wird zum Sorgenkind der Familie. Die Autorin führt uns in ein Familienlabyrinth aus Liebe, Missverständnissen, Unzulänglichkeiten und zutiefst menschlichen Verhaltensweisen. Laila und Rafik sind als Paar und mit den Kindern dann als Familie gefangen in den Bindungen, den Regeln und Ansprüchen, ein gutes religiöses Leben zu führen. Die Leserin bzw. der Leser erfährt mehr als die Protagonisten über die Zusammenhänge und das Unausgesprochene zwischen den Familienmitgliedern und kann das ganze Ausmaß der Tragik erfassen. Das ist manchmal schwer auszuhalten - aber vor allem sehr, sehr lesenswert.    

Birgit Rupp

 

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Asymmetrie (Lisa Halliday)

Asymmetrie

Lisa Halliday

Verrücktheit und Wahnsinn

Sicher hätte das Erstlingswerk der Autorin weniger Aufmerksamkeit bekommen ohne den Namen Philip Roth und das wäre schade gewesen. Es wäre aber auch schade, den Roman darauf zu reduzieren. Nämlich auf die Beziehung der jungen Lisa Halliday mit dem sehr viel älteren Philip Roth, die dem ersten Teil des Romans einen autobiografischen Anstrich gibt. Alice, eine junge Lektoratsassistentin, ist gerade mal 25 Jahre alt, als sie eine Beziehung mit dem Schriftsteller Ezra Blazar beginnt. Und ein bisschen fühlt sie sich wie „Alice im Wunderland“  von Lewis Caroll in der Welt des sehr viel älteren und sehr bekannten Mannes. Er bestimmt die Regeln. Wenn er sie sehen will, ruft er an. Wenn sie gehen soll, singt er „The party is over“. Doch letztlich ist sie es, die bestimmen wird.
Der zweite Teil der Geschichte ist sozusagen der Roman im Roman, nämlich das erste Buch von Alice. Es ist die Geschichte von Amar, einem jungen Wissenschaftler aus den USA. Auf seinem Flug in den Irak über London wird ihm aufgrund seines irakischen Passes die Weiterreise verwehrt. Während der langen Wartezeit, in der er immer wieder absurde Befragungen und Untersuchungen über sich ergehen lassen muss, lässt er sein bisheriges Leben als Sohn irakischer Einwanderer in den USA Revue passieren. Es ist geprägt von den Asymmetrien zwischen dem Westen und dem Nahen Osten.
Ein kluges Buch über die Schieflagen in persönlichen und gesellschaftlichen Beziehungen.

Margret Thorwart

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Neujahr (Juli Zeh)

Neujahr

Juli Zeh

Ein Familienurlaub auf Lanzarote, der zum Albtraum wird

Ganz gleich wie sehr einer sich schindet, sich selbst entkommt er doch nicht. Und Henning quält sich sehr an diesem Neujahrstag auf Lanzarote. Henning macht gerne Radtouren. Radfahren entspannt ihn, sagt er sich. Vor allem aber bringt es ihn ein paar Stunden weg von seinen Verpflichtungen. Von seiner Familie, um genau zu sein. Henning ist ein moderner Vater - und konstant überfordert. Auf dem mühsamen Weg bis zum Gipfel geht ihm sein Leben durch den Kopf. Oben angekommen, steht er vor einem Haus, das er schon einmal gesehen hat. Das er kennt. Die Besitzerin gibt dem erschöpften Henning etwas zu trinken und zu essen und zeigt ihm das attraktive Anwesen. Da kommen bei ihm die traumatischen Erinnerungen aus seiner Kindheit zurück, die er sein Leben lang verdrängt hat.
Doch nur indem Henning sich seiner Vergangenheit stellt, kann er sich selbst retten.
Trotz aller Problematik ein Lesevergnügen!

Barbara Casper

 

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Darktown (Thomas Mullen)

Darktown

Thomas Mullen

Krimi über Atlantas erste schwarze Polizisten

Im Atlanta des Jahres 1948 werden die ersten farbigen Cops, acht an der Zahl, im Polizeidienst eingesetzt. Ihre Befugnisse sind beschränkt; so dürfen sie nur zu Fuß und nur im schwarzen Stadtviertel patrouillieren. Wenn sie jemanden verhaften möchten, müssen sie weiße Kollegen dazuholen, die ihnen das Leben sowieso schon schwer genug machen. Als der Mord an einem jungen farbigen Mädchen vertuscht werden soll, wollen das Lucius Boggs und Tom Smith aus der neuen Einheit aber nicht einfach schlucken. Unerlaubt machen sie sich daran, das Verbrechen aufzuklären, und übertreten dabei alle Grenzen, die ihnen wegen ihrer Hautfarbe gesetzt sind. Rassismus in seinen vielen Spielarten ist das Thema dieses spannenden Krimis, den Mullen actionreich erzählt.

Elisabeth Nagel

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Der Frauenchor von Chilbury (Jennifer Ryan)

Der Frauenchor von Chilbury

Jennifer Ryan

In schweren Zeiten finden Frauen durch Singen ihre eigene Stimme

Und um es vorweg zu nehmen: Niemand muss in einem Chor singen, um dieses Buch lesen und lieben zu können! Die Autorin hat sich in ihrem Debütroman an Erinnerungen ihrer Großmutter orientiert. 1940 gibt es im kleinen Ort Chilbury in der Grafschaft Kent kaum noch Männer, da sie in London Arbeit suchen oder eingezogen worden sind. Der Pfarrer löst daraufhin den Kirchenchor auf – sehr zum Leidwesen der Frauen. Doch die Rettung naht in Person einer Gesangslehrerin, die nach Chilbury evakuiert wird und kurzerhand einen Frauenchor gründet. Erzählt wird diese Geschichte von vier ganz verschiedenen Frauen in Briefen oder Tagebüchern: Kitty ist „fast 14“ und sieht manches viel einfacher als die Erwachsenen. Ihre große Schwester Venetia steuert den Part der glücklich-unglücklichen Liebe bei. Mrs. Tilling, eine Krankenschwester, ist sehr pragmatisch und berichtet über den Kriegsalltag mit all seinen Problemen und Sorgen. Und schließlich gibt es da noch die zwielichtige Hebamme Edwina, die gierig und skrupellos das Verbrechen in die Geschichte bringt. Alle singen im Frauenchor und wachsen an dieser Aufgabe, finden ihre eigene Stimme. Ein Buch, das man nicht weglegen kann, weil es viel Mut macht.

Andrea Schubert

 

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NSA (Andreas Eschbach)

NSA

Andreas Eschbach

Ein erschreckendes Szenario: ein voll digitalisiertes Drittes Reich

Andreas Eschbach ist bekannt für seine genialen Utopien, die bis ins Detail durchdacht sind. NSA ist ein historischer Roman, der in einer fürchterlichen utopischen Vergangenheit spielt. 1942 – das Dritte Reich und sein Nationales Sicherheits-Amt verfügen über Computer, Internet, Handys, soziale Netzwerke. Helene, Tochter aus gutem, nationalsozialistischem Hause, arbeitet als „Programmstrickerin“ für dieses NSA. Sie ist eine begnadete Programmiererin, kaum eine andere dringt so tief in die Datensammlungen ein wie sie. Ihr Chef weiß das für seine Machtspiele zu schätzen und überschreitet dank Helene alle Grenzen. Erst als ihre große Liebe Fahnenflucht begeht und versteckt werden muss, kommen Helene Zweifel an diesem System. Denn durch ihre Programme kann er einfach überall gefunden werden. Als sie endlich versteht, ist es zu spät. Um ihn zu retten, muss sie sich aufgeben. Eschbach zeichnet diesen Untergang bis ins kleinste Detail nach. Als wäre er dabei gewesen bei etwas, das so gar nicht stattgefunden hat. Doch diese historische Utopie hat sich ein Stückweit schon in der Gegenwart manifestiert. Ein faszinierendes Buch, das aufrüttelt und sehr nachdenklich macht.

Andrea Schubert

 

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Wallace (Anselm Oelze)

Wallace

Anselm Oelze

Später Ruhm für einen vergessenen Wissenschaftler

Durch Zufall stößt der Museumswächter Albrecht Bromberg auf ein Foto eines in Vergessenheit geratenen Naturwissenschaftlers. Er beginnt zu recherchieren und findet heraus, dass Alfred Russel Wallace ebenso wie Darwin Thesen zur Evolutionstheorie veröffentlichte. War er vielleicht sogar Ideengeber für Darwin? Gemeinsam mit seinen Freunden von der Elias-Birnstiel-Gesellschaft, einer Runde von Nachtarbeitern, die sich am frühen Morgen auf einen Absacker in einer Kneipe treffen, möchte er Wallace zu spätem Ruhm verhelfen. Geschickt springt Anselm Oelze in seinem Roman zwischen der Geschichte des Museumswächters und der des Naturforschers hin und her. An der einen oder anderen Stelle versucht er vielleicht etwas zu offensichtlich Wissen zu vermitteln, das tut aber dem Lesevergnügen keinen Abbruch.

Sven Puchelt

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Der Tod in den stillen Winkeln des Lebens (Oliver Bottini)

Der Tod in den stillen Winkeln des Lebens

Oliver Bottini

Verlierer und Profiteure

Rumänien 2014: Kommissar Ioan Cozma möchte bis zu seiner Pensionierung gern weiter unauffällig seinen Dienst tun. Vielleicht holen ihn dann die Schatten seiner Vergangenheit nicht mehr ein. Doch alles kommt anders und er muss die Ermittlung in einem heiklen Mordfall übernehmen. Lisa Marthen, eine junge Deutsche, wurde erstochen aufgefunden. Ihr Vater führt einen landwirtschaftlichen Großbetrieb im Banat. Der Verdacht fällt schnell auf einen jungen Feldarbeiter, der in Lisa verliebt war und nun verschwunden ist. Eine wichtige Spur führt nach Mecklenburg-Vorpommern, in die Heimat der Familie Marthen. Cozma macht sich auf den Weg dorthin und merkt schnell, dass er nicht der Einzige ist, der für Gerechtigkeit sorgen will. Bottini greift auch in diesem Roman wieder brisante zeitgeschichtliche Themen auf. Er schildert die Folgen der Globalisierung auf die Agrarindustrie und zeigt auf, welche Auswirkungen die sozialistischen Diktaturen noch immer auf die Gegenwart haben. (Deutscher Krimipreis 2018)

Anja Saly

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Blaue Blumen zu Allerseelen (Santo Piazzese)

Blaue Blumen zu Allerseelen

Santo Piazzese

Stimmungsvoller Palermo-Krimi

Um es vorweg zu sagen: Wer einen actiongeladenen, blutigen Krimi sucht, kommt bei Piazzese nicht auf seine Kosten. Er ist eher der sizilianische Simenon, der seinen Kommissar Spotorno mäandernd und intuitiv ermitteln lässt. Zwei Männer sind in einem Auto erschossen worden. Der eine, Mancuso, ein stadtbekannter Krimineller, der andere, sein Fahrer Rosario, ein Jugendfreund Spotornos. Rosario scheint nur der Kollateralschaden einer Auseinandersetzung zu sein. Doch dann wird auch Nunzia, eine Haushälterin von Rosarios Mutter, ermordet aufgefunden. Der kleine, neue Verlag Edition Converso aus Bad Herrenalb hat diesen stimmungsvollen Palermo-Krimi von 2002 wieder ausgegraben. Herzlichen Dank dafür!  

Sven Puchelt

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Unter Heiligen (Ann Weisgarber)

Unter Heiligen

Ann Weisgarber

Eine schwierige Entscheidung und ihre Konsequenzen

Es ist Winter in Junction, einer kleinen Siedlung in der kargen Landschaft Utahs.
Hier lebt eine kleine Gemeinschaft von Mormonen, zu der auch Deborah gehört.
Sie wartet sehnsüchtig auf die Rückkehr ihres Mannes Samuel, der als Stellmacher durch das Land reist. Eines Abends klopft ein Fremder an ihre Tür und bittet um Hilfe. Ist er ein „Heiliger der letzten Tage“ und auf der Flucht, da er in einer verbotenen Vielehe lebt?
Soll sie dem Mann helfen oder ihn ausliefern, um die kleine Gemeinschaft zu schützen?
Von Beginn an kann man sich dieser eindrucksvollen Geschichte, in der von Rebellion, Verlust und Menschlichkeit erzählt wird, nicht entziehen.

Anja Saly

 

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Zwei um die Welt - In 80 Tagen ohne Geld (Hansen Hoepner & Paul Hoepner)

Zwei um die Welt - In 80 Tagen ohne Geld

Hansen Hoepner & Paul Hoepner

Per Anhalter um den Globus

Worauf sie sich eingelassen haben wird den Brüdern Paul und Hansen schon nach den ersten Versuchen, ohne finanzielle Mittel voranzukommen, schmerzlich bewusst.
Das Ziel: ohne Geld einmal um die Welt – in nur 80 Tagen.
Die Ausrüstung: Zwei selbstgebaute Wanderanhänger, gerade so groß, dass sie nicht als Sperrgepäck gelten - bestückt mit Schlafsack, Kocher und Klamotten für 80 Tage.
Der Plan: das benötigte Geld unterwegs als Gelegenheitsarbeiter und Verkäufer von selbstgemachtem Schmuck verdienen.
Welche Erfahrungen sie beim Trampen, mit den unterschiedlichen Sprachen und Mentalitäten der besuchten Menschen, mit der Tatsache, keinen Cent in der Tasche zu haben usw., machen, beschreiben die Zwillingsbrüder auf sehr unterhaltsame Art.
Sie verschweigen jedoch auch nicht die Schwierigkeiten, in die sie geraten, und die Seiten der Reise die sie zum Nachdenken anregen.
Ob die „Highspeed-Weltumrundung“ gelingen kann?

Sabine Schmidt-Bischoff

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Die Wahrheit über das Lügen (Benedict Wells)

Die Wahrheit über das Lügen

Benedict Wells

Zehn Geschichten

Zehn Kurzgeschichten zu verschiedenen Themen aus dem Leben – teilweise real, teilweise skurril, oft fantasievoll. Und alle haben eine Gemeinsamkeit, denn sie handeln von dem Aspekt der Zeit.
Es geht um alles oder nichts in diesen Geschichten. Sie handeln vom Unglück, frei zu sein, und von einer Frau, die vor eine existenzielle Entscheidung gestellt wird. Von einem Ort, an dem keiner freiwillig ist und der dennoch zur Heimat wird. Von einem erfolglosen Drehbuchautor der Gegenwart, der in das New Hollywood des Jahres 1973 katapultiert wird und nun vier Jahre Zeit hat, die berühmteste Filmidee des 20. Jahrhunderts zu stehlen.
Über die einzelnen Geschichten musste ich immer wieder nachdenken. Was ist Wahrheit? Was ist Lüge? Jedenfalls ein Lesegenuss.

Barbara Casper

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Ene, Mene, Eierkuchen  (Jörg Isermeyer & Daniel Napp)

Ene, Mene, Eierkuchen

Jörg Isermeyer & Daniel Napp

ab 2 Jahren

Witzig gereimtes Küchenabenteuer

„Ene, mene, Hühnerdreck, / wieso sind die Eier weg? / Ohne Eier keinen Kuchen, / also muss ich Eier suchen. / Eier, Eier, seid so lieb, / sagt doch einmal >piep<.“ So beginnt Eichhorn in der Küche mit dem Backen. Immer fehlt irgendetwas und wir helfen beim Suchen von Eiern, Schüssel, Mehl, Zucker, Salz, Milch, Rührgerät und Lappen. Und wo ist am Ende der Eierkuchen abgeblieben? Ein herrliches Pappbilderbuch, das man mit den Kleinsten immer wieder anschauen kann.

Sven Puchelt

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Gebrauchsanweisung gegen die Traurigkeit (Eva Eland)

Gebrauchsanweisung gegen die Traurigkeit

Eva Eland

ab 3 Jahren und für alle

Für alle, die etwas Aufmunterung brauchen

Eva Eland ist in Delft, Niederlande, aufgewachsen und lebt als Autorin und Illustratorin in Cambridge, Großbritannien. Selten wurde die Traurigkeit so zart und behutsam gezeichnet und in Worte gesetzt. Diese Gebrauchsanweisung ist für große und kleine Leser und zeigt sehr einfühlsam, wie man mit der oft so unerwartet auftauchenden Traurigkeit umgeht. Am besten hat man keine Angst und versucht sie zu verstehen. Und wenn das nicht klappt, schweigt man eine Weile zusammen und trinkt gemeinsam zum Beispiel einen Becher Kakao. Nach draußen gehen hilft auch. Irgendwann ist die Traurigkeit wieder verschwunden, aber da man sie ja jetzt richtig kennengelernt hat, ist es vielleicht nicht mehr so schlimm, wenn sie wieder zu Besuch kommt.
Ein zauberhaftes Buch für alle, die mal einen anderen Blickwinkel brauchen.
Für Kinder ein schönes Buch, das negative Gefühle beschreibt und ihnen die Ängste davor nimmt.
 
Elke Weirauch-Glauben

 

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Das Yoga-Bilderbuch (Alexander Eichhorn)

Das Yoga-Bilderbuch

Alexander Eichhorn

ab 3 Jahren

„Mama, machen wir heute wieder Jokhart?"

Sie kann es zwar noch nicht richtig aussprechen, aber unsere 3 ½-jährige Tochter macht mit dem Yoga-Bilderbuch von Alexander Eichhorn gerne Yoga. Die Bilder von Birgit Schössow sprechen für sich, für die Erwachsenen gibt es kurze Informationstexte und mit der beiliegenden CD kann angeleitet geübt werden. Für uns ein rundum gelungenes Mitmachbuch!

Birgit Rupp

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Anna und Otis (Maisie Paradise Shearring)

Anna und Otis

Maisie Paradise Shearring

ab 4 Jahren

Ein buntes Plädoyer für Offenheit und Toleranz

Anna und Otis sind beste Freunde. Sie spielen jedoch immer nur im Garten. Denn Otis ist eine Schlange und die Menschen haben Angst vor Schlangen. Eines Tages wollen sie zusammen in die Stadt gehen. Otis traut sich erst nicht. Aber Anna weiß, dass man die Angst vor dem Fremden schrumpeln lassen kann wie einen Luftballon. Anna  ermutigt Otis: „Lächle einfach und sage hallo!“ Sie lassen sich in Silvios Friseursalon frisieren, kaufen Räder in Sallys Radladen und  gehen zum Mittagessen in Laras Café. Tatsächlich wird ihr Mut belohnt und sie finden viele neue Freunde. Die fröhlich-bunten Illustrationen der britischen Autorin sind wunderschön und eignen sich perfekt dazu mit Kindern ins Gespräch zu kommen. Es gibt so vieles darin zu entdecken, dass man das Buch gerne immer wieder anschaut.  

Jeannine Beihofer

 

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Hund im Glück (Olivier Tallec)

Hund im Glück

Olivier Tallec

ab 4 Jahren

Über die Freundschaft zwischen Vier- und Zweibeinern

Olivier Tallec erzählt die Freundschaftsgeschichte zwischen einem Hund und einem kleinen Jungen. Das großformatige Bilderbuch überrascht gleich zweifach. Es lässt sich nach oben öffnen und  die Geschichte ist aus der Sicht des Hundes erzählt. Er erzählt, wie glücklich er ist, als er zu Weihnachten endlich einen kleinen Jungen bekommt, den er sich schon so lange gewünscht hatte. Sie lernen sich kennen und er staunt über die seltsamen Eigenheiten des Jungen. Dieser will partout nicht auf dem Boden essen und auch nicht in der Hundehütte schlafen.
Und trotzdem werden sie die dicksten Freunde der Welt.
Eine liebenswerte Geschichte mit humorvollen Bildern – nicht nur für Kinder!

Jeannine Beihofer

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Flo und Valentina (Lena Hach)

Flo und Valentina

Lena Hach

ab 7 Jahren

Begegnung mit einer Zahnfee besonderer Art

Flo ist gerade dabei seinen Wackelzahn zu verlieren. Er sehnt sich bereits nach der „Zahnfee“, welche hoffentlich seine heißgeliebte Lakritze und Nugatschokolade gegen den Zahn eintauschen wird. Doch irgendwie kommt alles ganz anders. Die Zahnfee, von der Flo mitten in der Nacht geweckt wird, entpuppt sich als Vampirmädchen Valentina-Viola von Valenzia. Valentina ist auf der Suche nach spitzen Eckzähnen, die sie dringend für den seltenen Vampirball benötigt. Nachdem der ängstliche Flo seine Furcht überwunden hat, will er Valentina bei ihrer Suche unbedingt unterstützen. Allerdings stellt sich das als nicht ganz einfach heraus.
Ein schaurig-komisches Lesevergnügen – nicht nur für die Kleinen!

Patricia Mock

 

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Theo und das Geheimnis des schwarzen Raben (Ute Krause)

Theo und das Geheimnis des schwarzen Raben

Ute Krause

ab 9 Jahren

Spannende Suche nach dem verschollenen Vater

Neben den bekannten Büchern der „Drei Muskeltiere“ und den Geschichten von „Minus Drei“ ist Ute Krause eine weitere spannende und originelle Abenteuergeschichte gelungen. Die Geschichte von Theo ist zum Vorlesen bestens geeignet.
Theo wohnt mit seiner Mutter und seinem Stiefvater Martin, mit dem er sich nicht sonderlich gut versteht, in Berlin. Nachdem es zum wiederholten Male zu einem Streit zwischen Theo und Martin kommt, wird er in den Sommerferien in ein Ferienlager geschickt. Dort muss der zurückhaltende Theo allerhand Schikanen von anderen Kindern aushalten. In dieser unglücklichen Situation bekommt Theo Besuch von einem geheimnisvollen schwarzen Raben, der ihn auf das fliegende Piratenschiff „Halbmond“ mitnimmt. Theo erwartet dort eine verrückte, aber äußerst liebenswerte Crew, welche aus dem Raben Alchibar, der Katze Thai und dem Schiffskoch Smutje besteht. Der Rabe Alchibar behauptet den Aufenthaltsort von Theos leiblichem Vater zu kennen. Somit beginnt die abenteuerliche Reise des kleinen Piraten Theo.

Patricia Mock

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Grüne Gurken (Lena Hach)

Grüne Gurken

Lena Hach

ab 12 Jahren

Diese Stadt mag mich nicht!

Das ist eine komische Stadt, dieses Berlin. Jedenfalls fühlt sich Lotte hier überhaupt nicht wohl. Ihre Eltern sind auch keine Hilfe, und so verbringt sie viel Zeit im „Späti“ gegenüber, bei Kioskbesitzer Yunus und seiner Freundin. Und hierher kommt auch regelmäßig montags ein Typ, der immer zehn süße Grüne Gurken kauft und irgendwie interessant ist…
Lotte ist eine Protagonistin zum Liebhaben. Schusselig, aber schlagfertig, normal begabt, aber selbstironisch.
Ein hintergründiges Lesevergnügen, das durch die Diagramme von Katja Berlin witzig aufgelockert wird.

Sven Puchelt

 

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