Unsere Kundenbriefe

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Belletristik

Liebe mit zwei Unbekannten

Antoine Laurain

Laure, eine Vergolderin, und Laurent, ein Buchhändler, leben in Paris und kennen sich nicht. Eines Abends wird Laure überfallen. Sie wird verletzt, fällt ins Koma, ihre Handtasche wird geraubt. Laurent findet diese Handtasche und verliebt sich in den Inhalt. Unter anderem ein Roman von Patrick Modiano, signiert vom Autor, und ein rotes Notizbuch mit ganz persönlichen Gedanken. Wer ist diese Frau? Laurent weiß nur eines: er möchte sie unbedingt kennenlernen. Wie das geschieht, erzählt Antoine Laurain auf eine äußerst charmante Art und Weise, die einen nicht mehr loslässt. 240 Seiten voller Esprit, Witz und Gefühle, die auch Leser, die eigentlich keine Liebesromane mögen, in ihren Bann ziehen und mitleiden, mitleben und mitfreuen lassen.

Andrea Schubert

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Das Mädchen, das rückwärts ging

Kate Hamer

Im englischen Norfolk verschwindet ein Mädchen. Bei dichtem Nebel scheint die achtjährige Carmel wie vom Erdboden verschluckt. Es gibt keine Hinweise, niemand hat sie gesehen, die Polizei tappt im Dunkeln. Carmels Mutter Beth gibt sich selbst die Schuld und verliert sich fast in der Suche nach ihrer Tochter. Carmel ist ein besonderes Mädchen: Sensibel und reifer als andere in ihrem Alter, verhält sie sich oft rätselhaft, wirkt abwesend, verträumt.  Für Carmel beginnt währenddessen eine lange und ungewöhnliche Reise - bemerkenswert ist ihre Gabe, sich selbst treu zu bleiben und den Kern ihrer Persönlichkeit zu schützen. Beth und Carmel erzählen im Wechsel und ich war gefangen in der Spannung, die sich bis zur letzten Seite hält. Berührend und sehr sensibel erzählte Mutter-Tochter-Geschichte.

Birgit Rupp

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Konzert ohne Dichter

Klaus Modick

Klaus Modick hat einen historischen Roman über die Worpsweder Künstlerkolonie  geschrieben. Mit leichter Hand skizziert er seine Figuren rund um die Themen Liebe, Freundschaft, Kunst und ihr Rin-gen mit Anspruch und Wirklichkeit. Gut recherchiert und mit viel ironischer Sympathie, besonders für seine Hauptfigur, den Jugendstilmaler Heinrich Vogeler,  lässt Modick eine längst vergangene Epoche literarisch wieder auferstehen. Heinrich Vogeler, Rainer Maria Rilke, seine Frau Clara und Paula Modersohn-Becker tanzen einen Sommerreigen, der dem Leser viel Freude bringt. Das Gemälde, das dem Roman den Titel leiht, steht für eine trügerische Idylle, die in ihrer Problematik  erstaunlich moderne Züge aufweist. Man mag sofort glauben, dass es genau so gewesen sein muss, und wenn nicht, schadet es auch nichts. Viel zu schnell ist die Begegnung mit den Hauptfiguren, der allgegenwärtigen Kunst und der fragilen Welt von Worpswede vorbei. Hat Modick bei dem einen oder anderen Leser auch ein wenig den Blickwinkel „verrückt“, sein Künstlerroman weckt die große Lust, sich weiter mit dem ungebrochenen Zauber von Worpswede zu be-schäftigen.

Elke Weirauch-Glauben

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Miss Vee oder wie man die Welt buchstabiert

Lissa Evans

London, kurz nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Der zehnjährige Noel landet nach dem Tod seiner Patin, einer Kämpferin für Arbeiter-, Frauen- und Menschenrechte, mit der Kinderlandverschickung im kleine St. Albans. Dort nimmt sich Vera Sedge, „Miss Vee“, seiner an. Vera hat in ihrem Leben schon viele Schicksalsschläge hinnehmen müssen und ist reichlich unorganisiert. Mit dem anfangs verstockten, aber hochintelligenten Noel an ihrer Seite schafft sie es, in unruhigen Zeiten über die Runden zu kommen. Ein ruhiges, nachdenkliches, traurig-schönes und mit wunderbaren Figuren bestücktes Buch über eine besondere Freundschaft. 

Sven Puchelt

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In der Finsternis

Sandrone Dazieri

Ein Kind verschwindet. Die Mutter wird tot aufgefunden. Ist der Vater der Täter?  Alle sind über-zeugt davon. Einzig Rovere, der Leiter der römischen Kriminalpolizei nicht. Heimlich lässt er die durch einen Einsatz schwer traumatisierte Colomba Caselli ermitteln. Bis jetzt die üblichen „Zutaten“ für einen Krimi. Das Besondere an diesem Krimi ist: Dante Torre. Er wurde als Kind entführt und war  11 Jahre eingesperrt in einem Betonsilo. Um zu überleben bzw. zu wissen, wird er bestraft oder belohnt, musste er lernen,  die Gefühlslage seines stets vermummten Entführers zu deuten. Dadurch hat er einen  außergewöhnlichen  Instinkt für menschliche Regungen entwickelt. Diese besondere Gabe und seine Überzeugung, dass der Mann, den er Vater nennen musste, erneut  zugeschlagen hat, bringen Colomba auf die richtige Fährte. Aber alles gerät außer Kontrolle… Dieser Krimi ist nicht nur unglaublich spannend geschrieben und sehr gut recherchiert, sondern auch trotz vieler überraschender Wendungen immer in sich stimmig. Spät und  sehr finster war es dann immer, wenn ich eine Zwangslesepause eingelegt habe.

Margret Thorwart

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Das Büro der einsamen Toten

Britta Bolt

Pieter Posthumus arbeitet für das „Büro der einsamen Toten“ der Stadt Amsterdam. Seine Aufgabe ist es, Angehörige von Verstorbenen zu finden. Während seine Kollegen ihre Fälle schnell zu den Akten legen möchten, lassen PP die Schicksale der Toten aber nicht in Ruhe. Er recherchiert jeden Fall akribisch. So auch als in der Prinsengracht ein junger Marokkaner tot aufgefunden wird. Außer einer Visitenkarte findet man nichts bei der Leiche. PP findet heraus, dass der junge Mann Kontakt zu einer Gruppe von Muslimen hatte, die vom Staatsschutz beobachtet wird. Bei seinen Nach-forschungen gerät der ungewöhnliche Ermittler in ein Netz aus Intrigen und dubiosen Machen-schaften. Amsterdam, diese verwinkelte, von Grachten durchzogene Multikultistadt, bietet eine tolle Kulisse für den spannenden Krimi mit viel Lokalkolorit. Er erzählt von einer Gesellschaft, die aus Angst vor Terror allzu schnell über andere urteilt.

Anja Saly

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Ein Frühling in Jerusalem

Wolfgang Büscher

Büscher ist schon von Berlin nach Moskau gewandert, hat Deutschland umrundet, die USA zu Fuß durchquert und uns literarisch daran teilhaben lassen. In seinem neuesten Buch streift er einige Monate lang durch Jerusalem und nähert sich dieser „viertausend Jahre alten Dame mit grauem Haar“ mit Respekt. Drei Weltreligionen innerhalb enger Stadtmauern: Man weiß um den Zündstoff. Es ist kein politisches Buch, fast will man sagen: Gott sei Dank. Der Autor fängt Stimmungen auf, schildert, was in der Luft liegt – wenn jemand das in Worte fassen kann, dann er. Das Aussterben des christlichen Viertels, die Immobilienpolitik der Siedler, die aufgeladene Atmosphäre am Tempelberg sind trotzdem Thema. Jeder Stein, fast jede Lebensgeschichte ist historisch aufgeladen: „Jerusalem denkt nicht in Jahren, Jerusalem denkt in Jahrtausenden“. Bei der Lektüre kommt große Sehnsucht auf, diese Stadt einmal wieder zu besuchen.

Elisabeth Nagel

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Weinhebers Koffer

Michel Bergmann

Ein kleines Buch, das eine große Geschichte erzählt und mich sehr berührt hat. Der Berliner Journalist Elias Ehrenwirth erwirbt bei einem Trödler einen alten Koffer, der ihm als Geschenk für seine Freundin geeignet scheint. Er recherchiert über die Geschichte des Koffers, der die Initialen L.W. trägt und findet heraus, dass der Koffer dem Schriftsteller Leonard Weinheber gehörte, der Anfang 1939 Deutschland mit Ziel Palästina verlassen hat. Elias, wie Weinheber Jude, fängt an über die Geschichte Weinhebers zu forschen. Die Suche führt ihn nach Israel. Anders als in seinen erfolgreichen Romanen „Die Teilachers“, „Machloikes“ und „Herr Klee und Herr Feld“ bedient sich Bergmann dieses Mal einer knappen, klaren Erzählform, die aber auch sprachliche Finessen aufweist, etwa wenn er zwischen der Gegenwartserzählung und Passagen aus Weinhebers (fiktivem) Werk  wechselt. Das Buch wirkt nachhaltig und ich werde es garantiert noch mindestens ein zweites Mal lesen.

Sven Puchelt

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Die Middlesteins

Jami Attenberg

Für mich ist dieser Roman die Entdeckung des Frühjahrs.
Richard, Apotheker in einem Vorort von Chicago, hat soeben nach über 30 Jahren Ehe seine Frau Edi verlassen, die seit Jahren dabei ist sich zu Tode zu essen. Der Zeitpunkt könnte ungünstiger nicht sein, da in Kürze die Bar-Mizwa-Feier der gemeinsamen Zwillingsenkel ansteht und diese doch eigentlich - zumindest nach außen – in trauter Harmonie stattfinden soll. Soweit die vielleicht etwas skurril klingende Ausgangssituation. Der Leser sieht nun dabei zu, wie die erwachsenen Kinder und ihre Partner verzweifelt versuchen zu retten, was nicht mehr zu retten ist, und sich dabei gegenseitig mit ihren persönlichen „Macken“ in die Quere kommen. Jami Attenberg erzählt diese tragisch-komische Familiengeschichte zugleich ausgesprochen warmherzig,  mit viel Sympathie für ihre Figuren und doch mit leichter Ironie. Das Ganze aus wechselnder Perspektive betrachtet, unterhaltsam und temporeich. Ein großer Lesegenuss von der ersten Seite an.

Jutta Schleinkofer

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Altes Land

Dörte Hansen

Zwei Frauen und ein uraltes Bauernhaus stehen im Mittelpunkt dieses Romans. Vera kommt nach dem Krieg als Flüchtlingskind aus Ostpreußen auf den Hof im Alten Land bei Hamburg. Das große, unheimliche Haus mit der Inschrift “Dit Hus is mien un doch nich mien...“ lässt sie ihr Leben lang nicht mehr los. Sie bleibt dort, schlägt aber nicht wirklich Wurzeln, sondern wächst einfach fest. Selbst nachdem Vera das Haus erbt, studiert und Zahnärztin wird, gehört sie nie wirklich zur Dorfgemeinschaft und nach Ansicht der Nachbarn lässt sie Haus und Hof total verlottern. Eines Tages stehen wieder zwei Flüchtlinge vor diesem Haus: Veras Nichte Anne mit ihrem kleinen Sohn Leon. Anne flüchtet vor ihrem Mutterdasein in Hamburg-Ottensen. Ihr Mann hat eine Affäre mit seiner Chefin und sie hält es nicht mehr aus in diesem Szene-Stadtteil und ihrem Job als Flötenlehrerin. Die beiden beginnen das Haus zu renovieren und somit langsam auch ihr Leben aufzuräumen. Dörte Hansen erzählt mit scharfem Blick und trockenem Humor von diesen angeknacksten Leuten, die allesamt vor einem Wendepunkt in ihrem Leben stehen.       

Jeannine Beihofer

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Ein ganzes Leben

Robert Seethaler

Kann man auf 160 Seiten ein achtzig Jahre währendes Leben erzählen? Ja, das ist möglich, wie der österreichische Autor Robert Seethaler hier beweist. Andreas Egger kommt irgendwann Ende des 19. Jahrhunderts als Waisenkind in ein Bergdorf, in welchem er fast sein gesamtes Leben verbringen wird. Er erlebt den beginnenden Tourismus, ist als Arbeiter am Bau der ersten Seilbahnen dabei, findet die Liebe seines Lebens und verliert sie wieder. Staunend blickt er auf die Menschen in seiner Umgebung und auf die Veränderungen der Welt. Sehr knapp erzählend lässt Seethaler Bilder im Kopf entstehen, die den Leser Eggers Leben fast sinnlich erfahren lassen.

Sven Puchelt

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Wir sehen uns dort oben

Pierre Lemaitre

Kurz vor Ende des ersten Weltkrieges wird der junge Soldat Albert fast Opfer der Geltungssucht seines Offiziers Pradelle. Sein Kamerad Édouard rettet ihm in letzter Minute das Leben, wird dabei aber durch einen Granatsplitter für den Rest seines Lebens entstellt. Nach Ende des Krieges bleiben die beiden zusammen und beginnen einen betrügerischen Handel mit Kriegsdenkmälern. Dabei kreuzen sich ihre Wege auch wieder mit denen Pradelles. Ungemein fesselnd erzählt der mit dem Prix Goncourt ausgezeichnete Roman von einer Gesellschaft, in der viel von Ruhm und ehrenhaftem Handeln die Rede ist und die doch, auch als Folge des Krieges, von Habgier, Geltungssucht und Grausamkeit durchdrungen ist.

Sven Puchelt

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Zwei Herren am Strand

Michael Köhlmeier

Von Seelennot und Trostbedürfnis handelt Köhlmeiers neuer Roman: Winston Churchill und Charlie Chaplin haben eine gemeinsame Geschichte. Vielleicht ließe sich diese erzählen – so unterschiedliche Persönlichkeiten wie Charlie Chaplin und Winston Churchill waren befreundet, beide litten unter Depressionen und Angstzuständen. Der eine malte, der andere wurde zum Clown – jeder hatte seine Strategie, mit dem „schwarzen Hund“ umzugehen.
Genau so hätte es sein können: Es gab diese Freundschaft zwischen Churchill und Chaplin, es gab die depressiven Phasen, sonst jedoch ist alles frei erfunden. Aber Köhlmeier, der haufenweise historische Dokumente anschleppt, glaubt man jedes Wort: sogar, dass sich Churchill und Hitler - gegen jedes historische Wissen - vielleicht doch einmal begegnet sind, in der Herrentoilette eines Münchner Hotels.

Birgit Rupp

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Aufstieg und Fall großer Mächte

Tom Rachman

Begleiten Sie Mathilda Zylberberg (genannt Tooly) durch drei Lebensabschnitte:  1988 in Bangkok beginnend, 1999/2000 in New York eine Wende erfahrend und 2011 in die Gegenwart mündend. Da sie schon als Kind ständig von einem Ort zum nächsten ziehen musste, entwickelte sie sich zu einer getriebenen Persönlichkeit, einer Überlebenskünstlerin, von ebensolchen umgeben. Nur ganz langsam lösen sich die Rätsel, welche sich mit jedem Kapitel und mit jedem Lebensabschnitt vor dem Leser auftürmen. Ich fühlte mich beim Lesen wie eine Detektivin, die unbedingt herausfinden wollte, wie dieses Lebenspuzzle zusammenpasst.
Und genau diese Rätsel, die sich erst auf den letzten Seiten ganz anders als erwartet auflösen, sind die Stärke dieses Buches. Für mich hervorragende Unterhaltung und sehr empfehlenswert für Herbststunden auf der Couch.

Birgit Rupp

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Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert

Joël Dicker

Ein Leichenfund erschüttert das Städtchen Aurora an der Ostküste der USA. 33 Jahre nach dem Verschwinden der jungen Nola wird ihr Skelett im Garten des berühmten Schriftstellers Harry Quebert entdeckt. Neben ihr liegt das Originalmanuskript seines bekanntesten Romans. Als Quebert auch noch zugibt ein Verhältnis mit Nola gehabt zu haben, ist der Skandal perfekt. Nur einer ist überzeugt von seiner Unschuld. Marcus Goldman, ein guter Freund, zieht in sein Haus und ermittelt auf eigene Faust. Er selbst wird gerade nach einem erfolgreichen Debüt von einer Schreibblockade geplagt. Während er nun immer tiefer in die Vergangenheit seines Freundes eintaucht, kommt ihm die Idee, darüber einen Roman zu schreiben. Was geschah nun wirklich im Sommer 1975? Was führte zur Ermordung der Kleinstadt-Lolita und wer hat es getan? Die befragten Zeugen können sich kaum noch erinnern. Da ist Vieles Hörensagen, Vermutung und Spekulation. Immer wenn Goldman glaubt, eine endgültige Wahrheit aufgedeckt zu haben, war es ganz anders. Dieser Roman ist bis zur letzten Seite ausgeklügelt konstruiert. Er ist zugleich Krimi,
Liebesroman und Gesellschaftsdrama.

Anja Saly

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Immer noch New York

Lily Brett

Lily Brett, Tochter zweier Holocaust-Überlebender, machte schon mit ihrem ersten Kolumnenband ihre Wahlheimat New York zur Hauptperson.
Erneut hat sie „ihrer“ Stadt eine Liebeserklärung geschenkt. In kleinen Erzählungen zeigt sie in ihrer typischen Schreib- und Sichtweise herrlich komische Einblicke in das New Yorker Leben. Genau beobachtet sie und skizziert  liebevoll den täglichen Wahnsinn. Der Leser begegnet vielen alten Bekannten, wie z.B dem mittlerweile 98-jährigen Vater der Autorin, dem seine Vorliebe für schöne Frauen immer noch geblieben ist. Man erfährt vom besonderen Verhältnis eines Cousins zu seinem Fahrrad und bekommt große Hochachtung für die Herstellung von Kichererbsencurry.
In einem Interview vergleicht die Autorin ihr Verhältnis zu dieser Stadt mit dem zu einem Lover. In der Tat hat man das Gefühl, dass sich nicht nur Lily Brett auf New York einlassen muss, sondern auch umgekehrt ist die Autorin in ihrer unnachahmlichen Art eine Herausforderung für die Stadt und ihre Bewohner.
Vorsicht, wenn sie nicht gerne auffallen möchten, sollten sie das Buch nicht unbedingt in der Öffentlichkeit lesen. Man könnte sie öfters beim lauten Lachen ertappen.

Elke Weirauch-Glauben

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Eis

Ulla-Lena Lundberg

Der Titel klingt wie ein Thriller, doch steckt im ersten Buch der schwedisch-finnischen Autorin, das auf deutsch erschienen ist, alles andere als ein Krimi. Es ist die rührend-normale Geschichte des Pfarrers Petter Kummel, der kurz nach dem Zweiten Weltkrieg mit Frau Mona und Tochter Sanna auf eine Schären-Insel zieht. Die Kummels aus der Stadt sind ganz anders als die Fischer und Bauern und ihre Frauen auf der Insel. Doch sie finden zusammen, auch dank der schlichten Tatsache, dass die Insulaner im Gottesdienst gerne singen und Petter sehr gut singen kann. Lundberg erzählt die Geschichte in klaren, einfachen Worten, die auch unliebsame Wahrheiten aussprechen. Sie erzählt von einem ganz normalen Leben in einer alles andere als „normalen“ Umwelt und in einer Zeit, die von Mangel geprägt war. Sie bringt den Leser zum Lachen und rührt ihn zu Tränen. Es gibt kein Happy-End in dieser Geschichte. Doch selbst das größte Unglück, das das Leben auf der Insel wieder vollkommen verändert, beschreibt Ulla-Lena Lundberg (übersetzt von Karl-Ludwig Wetzig) so, dass man es beglückt lesen muss.

Andrea Schubert

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Der Distelfink

Donna Tartt

Theo Decker, der ein sehr ordentliches Leben führt, ist 13, als er bei einem Bombenattentat auf ein Museum in New York seine Mutter verliert. Die Kunstliebhaberin hatte ihm gerade ihr erstes Lieblingsbild vorgestellt, „Der Distelfink“ des Rembrandt-Schülers Fabritius. Als Theo in den Trümmern aufwacht, unverletzt, aber schockiert, liegt dieses Bild neben ihm. Er nimmt es mit im Bewusstsein, dass er das eigentlich nicht darf. Dieser Diebstahl ist sein erster krimineller Akt. Es werden noch viele folgen, ohne dass Theo das will. Doch er kommt nicht heraus aus der Spirale der Unehrlichkeit und des illegalen Tuns, das sich von Jahr zu Jahr steigert. Aus dem Jugendbuch wird eine Sozialstudie, ein Krimi der feinsten Art, ein philosophischer Roman, eine Gesellschaftssatire, eine kunstgeschichtliche Abhandlung, ein Thriller im übelsten Verbrechermilieu. Man liebt Theo und leidet mit ihm. Und wie sich Theo sich der Faszination des Bildes nicht entziehen kann, konnte ich dieses Buch nicht weglegen.

Andrea Schubert

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Vor dem Fest

Saša Stanišić

Die Geschichte einer Nacht, der Nacht vor dem Annenfest in einem uckermärkischen Dorf, ist gleichzeitig Schwank, Heimatroman und Dorfchronik. Und wer schon einmal eine Nacht durchgemacht hat, weiß, wie sich die Zeit dehnt, die Stimmung kippt. Genau diese Atmosphäre erschafft Stanišić durch verschiedene sprachliche Kunstgriffe: Einschübe aus alter Historie, aus Chroniken, die Perspektive eines Tieres relativiert die menschlichen Tätigkeiten. Alles wiederholt sich. Menschen aus dem 17. Jahrhundert tauchen ähnlich wieder auf. Auch eine Handlung gibt es in dieser Nacht: Herr Schramm will Selbstmord begehen, wird von Anna gerettet und findet sein Glück (nicht mit ihr). Glocken werden gestohlen, ein Einbruch ins Haus der Heimat verübt – oder war es ein Ausbruch? Im Lichte des Morgens hat sich alles wieder beruhigt und geglättet. Man fragt sich, was eigentlich passiert ist. Stanišić springt in den Sprach- und Stilebenen, er montiert und reimt, schreibt modern im besten Sinn und hat dazu auch noch Witz. Sprachliche Finesse, Humor und Unterhaltung – leider eine seltene Koexistenz, aber hier gibt es sie und das hat mich als Leser sehr erfreut.
Preis der Leipziger Buchmesse, Kategorie Belletristik 2014

Elisabeth Nagel

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Abtsmoor

Eva Brhel

„Wenigstens hatte sie jetzt eine Leiche. Wie war das nochmal, überlegte sie, Bruchwälder, Abtsmoor? ‚Hört sich ja reizend an‘, brummte Hannah Henker, die Gitarre im Arm, wohl wissend, dass sie eigentlich in fünf Minuten im Auto sitzen müsste, wohl wissend, dass man sich eigentlich nicht über eine Leiche freuen sollte.“ Die Hauptkommissarin Hannah Henker hat sich vom Bodensee nach Karlsruhe versetzten lassen um ihrem Geliebten, dem hiesigen Staatsanwalt, näher zu sein. Doch der will plötzlich nichts mehr von ihr wissen. Deshalb kommt ihr der Fall gerade recht. Im Abtsmoor wurde die Leiche einer jungen Frau gefunden – Olivia Walter. Die Biologin war Mitglied einer Organisation zur Bekämpfung der Schnakenplage in den Rheinauen, der KABS. Die Kommissarin und ihr Team ermitteln in alle Richtungen. Als eine weitere junge Frau ermordet wird, steigt der Druck enorm.
Thematisiert werden unter anderem auch die hohe Arbeitslosigkeit unter Akademikern und die kriminellen Machenschaften von Strukturbetrieben. Ein tolles Krimidebüt von Eva Brhel, die am Rande des Kraichgaus lebt.

Jeannine Beihofer

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Brennerova

Wolf Haas

Er ist wieder da! Brenner, Ex-Kommissar und Privatdetektiv. Mittlerweile im Ruhestand hat der Brenner  viel freie Zeit. Und freie Hand, da Freundin Herta oft „Weltweitwandern“  ist oder beim Schamanenseminar. Der Brenner reist dann auch: ins Internet.  Mehr aus Neugier landet er  bei einer digitalen Partnerschaftsvermittlung, die sich auf Frauen aus Osteuropa spezialisiert hat. Dabei lernt er Nadeshda kennen und reist dann doch noch physisch: nach Nischni Nowgorod.  Aber dann muss er doch wieder ermitteln:  Die Schwester seiner „Brennerova“ ist verschwunden. Vermutlich verschleppt  von Menschenhändlern in die Rotlichtwelt von Wien.
Im üblichen Brenner-Stil (und das ist schon Sprachkunst) erzählt Haas nicht immer politisch korrekt  über Denken, Leben und Sterben in Österreich  und es funktioniert immer noch bestens. Für Brenner-Fans ein Muss und für Alle, die gerne schräge Geschichten lesen.

Margret Thorwart

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Das Lied der Stare nach dem Frost

Gisa Klönne

Gisa Klönne ist eigentlich eine erfolgreiche Krimiautorin und das macht sich auch in diesem Roman bemerkbar: Spannend von der ersten bis zur letzten Seite erzählt sie auf zwei Zeitebenen  die Geschichte einer Familie vom Ersten Weltkrieg bis heute. Rixa Hinrichs reist als Bar-Pianistin auf Kreuzfahrtschiffen um die Welt. Sie versucht zu vergessen: den Tod des Bruders und den Zerfall der Familie. Da erhält sie die Nachricht vom Unfalltod der Mutter. Sie fliegt nach Berlin und findet im Nachlass der Mutter einen Brief, der ein Familiengeheimnis offenbart. Die Suche nach einer Erklärung führt sie zurück in das alte Pfarrhaus ihrer Großeltern nach Mecklenburg.
Ein vielschichtiger Roman über ein deutsch-deutsches Familienleben,  in dem sich die historischen Ereignisse widerspiegeln. Politische und gesellschaftliche Verhältnisse, in denen es schwer war, mit Anstand zu überleben.

Margret Thorwart

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Am zwölften Tag

Wolfgang Schorlau

Georg Denglers Sohn Jakob ist verschwunden. Denglers geschiedene Frau macht ihm die Hölle heiß: Finde unseren Sohn! Aber nicht nur Jakob ist unauffindbar, auch seine Freunde.  Georg Dengler, der Stuttgarter Privatermittler, macht sich auf die Suche nach ihnen. In Jakobs Wohnung findet er Aufkleber, wie sie Unbekannte in den letzten Wochen auch in den Tiefkühltruhen von Supermärkten angebracht haben. »Dieses Fleisch stammt aus Massentierhaltung. Sie vergiften damit sich und ihre Familie«, steht darauf. Ist sein Sohn ein radikaler Tierschützer oder von der Tiermast-Mafia entführt worden?  Bereitet er mit seinen Mitstreitern eine große Aktion vor? Es entwickelt sich eine spannende Geschichte mit harten Fakten über Massentierhaltung und die Methoden der Fleischindustrie.

Barbara Casper

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Ostende 1936, Sommer der Freundschaft

Volker Weidermann

Volker Weidermanns kleiner, aber feiner Roman über die Freundschaft zwischen Stefan Zweig und Joseph Roth ist  zugleich eine kluge Skizzierung der politischen und gesellschaftlichen Situation in Europa im Sommer 1936. Im belgischen Badeort Ostende trifft sich wenige Jahre vor dem 2. Weltkrieg die geistige Exilgemeinde, bunt zusammengewürfelt, heimatlos durch die faschistische Bedrohung in Europa.  Alle sind bedacht, den Sommer gemeinsam zu feiern, doch ahnt jeder, dies könnte der letzte sein.
Wie Konfetti wirft der Autor mit zeitgeschichtlichen Fakten und literarischen Persönlichkeiten um sich, immer gut recherchiert und in kleine Anekdoten verpackt. Der Leser folgt ihm gerne, trifft die unterschiedlichsten
Charaktere und politischen Lager, hört  düstere Zukunftsvisionen und klarsichtige Einschätzungen.
Mittendrin immer Zweig und Roth mit ihrer seltsamen Freundschaft.
Optisch und charakterlich beide so gegensätzlich, sind sie doch glühend vereint in ihrer Liebe zum Wort.
In diesem Sommer erleben auch Joseph Roth und Irmgard Keun ihre wuchtige und zerstörerische, vom Alkohol geprägte Liebe. Diese steht auch für das trotzige Gegenhalten für die trügerische Unbeschwertheit der Protagonisten. Es folgt ein Herbst, der ernüchtert. Die Hoffnung auf bessere Zeiten schwindet: “Das Wort ist schwach geworden“ gegenüber einer Zeit, die Wiedermann dem Leser eindringlich näher bringt.

Elke Weirauch-Glauben

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Die englische Freundin

Tracy Chevalier

Die junge englische Quäkerin Honor Bright strandet 1850 in Ohio. Eigentlich hat sie ihre abenteuerlustige Schwester begleitet, die dort heiraten wollte, aber kurz nach der Ankunft in Amerika an Gelbfieber stirbt. Honor fällt es schwer, sich an die Neue Welt anzupassen; sie versucht, Fuß zu fassen und heiratet einen Farmer. Ohne sein Wissen und gegen den Willen ihrer Schwiegerfamilie hilft sie entlaufenen Sklaven, die auf der Flucht nach Kanada Ohio passieren müssen und gerät dadurch immer mehr unter Druck – auch weil zu allem Überfluss noch der Sklavenjäger Donovan ein Auge auf sie geworfen hat. Ein spannender und sorgfältig recherchierter historischer Roman mit drei starken Frauencharakteren: Neben Honor sind das Belle Mills, die tatkräftige Besitzerin eines Hutladens, eine echte Pionierin, und Mrs Reed, eine ältere freie Sklavin, die schwarze Flüchtlinge versteckt und Honor zum gegebenen Zeitpunkt die Leviten liest.

Elisabeth Nagel

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In hellen Sommernächten

John Burnside

Die achtzehnjährige Liv lebt mit ihrer Mutter, einer bekannten Malerin, abgeschieden auf einer Insel im hohen Norden Norwegens. Während eines Sommers – Burnside beschreibt sehr eindrücklich die weißen Nächte am Polarkreis und ihre Wirkung auf die Menschen – ertrinken zwei junge Männer, zwei weitere verschwinden spurlos. Dies ist die äußere Handlung, wobei die „Kriminalfälle“ nicht gelöst werden. Daneben gibt es Livs inneres Leben und vor allem ist es die Geschichte einer ungesunden Mutter-Tochter-Beziehung. Liv schafft es nicht, sich von ihrer vordergründig verständnisvollen, jedoch im Grunde egozentrischen Mutter zu lösen. Sie flüchtet sich in die Welt der Phantasie, die sie aber – kombiniert mit ihrer Einsamkeit – an den Rand eines Nervenzusammenbruchs  treibt: Liv glaubt nämlich, dass die „Huldra“, ein sagenhaftes Wesen, das seine Bösartigkeit unter der Maske einer schönen Frau verbirgt, in Gestalt ihrer Schulkameradin Maia die Männer getötet hat. All das kann wahr sein oder nicht, es bleibt offen. Im Vordergrund steht für mich die Geschichte einer jungen Frau, die ihr eigenes Leben „ertränkt“, um ihre Mutter nicht vom Thron stoßen zu müssen.

Elisabeth Nagel

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funny girl

Anthony McCarten

Azime, 20 Jahre alt mit kurdischen Wurzeln, lebt in London. Sie wohnt noch bei Ihren Eltern und arbeitet im Möbelgeschäft des Vaters mit. Ihre Mutter versucht zum Entsetzen der jungen Frau, eine Ehe zu arrangieren. Das Leben von Azime ändert sich aber schlagartig, als sie einen Freund zu einem Comedy-Kurs begleitet. Dort erkennt sie, was sie wirklich will: Auf der Bühne stehen und Menschen zum Lachen bringen. Das ist aber ein hartes Stück Arbeit. Dann endlich tritt sie mit einer Burka verkleidet in kleinen Clubs auf und erzählt Gags aus ihrem eigentlichen Leben als Tochter muslimischer Migranten. Das Publikum ist begeistert und die Presse berichtet über sie. Daraufhin bekommt sie nicht nur mächtigen Ärger mit ihrer Familie sondern auch Morddrohungen. Azime wirft erst einmal zermürbt von Zweifeln alles hin. Dazu kommt noch, dass sie herausfinden will, warum eine Schulfreundin aus dem achten Stock zu Tode gestürzt ist. War es ein Ehrenmord in der Familie? Azime hadert auch oft mit ihrer Familie, aber sie schätzt zugleich die Geborgenheit, die sie dort findet. Die Geschichte zeigt sehr differenziert die Situation der Migranten, denen die Sitten und starren Regeln Sicherheit und Identität geben. Auf ihrem weiteren Weg wird Azime klar, dass sie Ihren Traum nicht aufgeben darf. Sie wird am Ende mit einem Auftritt im britischen Olymp der Comedy belohnt.

Anja Saly

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So wirst du stinkreich im boomenden Asien

Mohsin Hamid

In einem erstaunlichen Tempo wird das Leben eines Mannes erzählt, der als kränklicher Junge von einem verarmten Dorf in eine der wuchernden Großstädte Asiens zieht und dort im Trinkwassergeschäft ein Vermögen macht. Doch nicht diese Lebensgeschichte an sich ist das Besondere, sondern wie sie erzählt wird. Angelegt als eine Art Selbsthilfebuch, von denen Asien im Moment wohl tatsächlich überschwemmt wird, erzählt Hamid das Leben des Protagonisten, der schlicht mit „du“ vorgestellt wird. Es gibt keine Menschen- oder Ortsnamen in diesem Roman, doch der Autor hat in Interviews ein paarmal Pakistan als imaginären Schauplatz erwähnt. In diesem vorgegebenen Rahmen zu schreiben, könnte schwierig oder langweilig sein, doch Hamid erzählt erstaunlich bewegend und spannend. Eine Geschichte von Liebe und Ehrgeiz und den überwältigenden Veränderungen, die das boomende Asien überrollen. Jedes der 12 Kapitel wird mit einer Anweisung überschrieben und erzählt, was der Held aus dieser Anweisung gemacht hat. Es fängt an mit „Zieh in die Stadt“ über „Verschaff dir Bildung“ und „Verlieb dich nicht“. So geht es weiter bis zu „Denk an ein Ausstiegsszenario“. Hamid selbst scheint vor allem Punkt 11 zu beherzigen: „Konzentrier dich aufs Wesentliche“, denn für das 80 Jahre dauernde Leben seines Helden braucht er nur 224 Seiten.

Jeannine Beihofer

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Edward

Roy Lewis

Edward lebt mit seiner Familie im Pleistozän. Er weiß schon recht genau, wohin die Evolution führen wird, und greift dieser auf die eine oder andere Art hilfreich unter die Arme. Er bringt seiner Familie das Feuer, perfektioniert den Flintstein und erfindet – etwas zu früh – Pfeil und Bogen. Herrlich die Dispute mit seinem Bruder Wanja, dessen Motto „Back to the trees“ Edwards Lebensauffassung genau entgegengesetzt ist. „Das lustigste Buch der letzten 500.000 Jahre“ (Terry Pratchett)

Sven Puchelt

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Das fremde Meer

Katharina Hartwell

"Wir stehen still. Wir küssen uns nicht, wir versprechen uns nichts, wir sehen uns nicht einmal tief in die Augen, aber etwas geschieht wohl, in der regendurchsetzten Luft, in dem unkraut-überwucherten Boden. Es umgibt uns, es durchdringt uns." Eine Liebe, viel zu groß, um sie nur einmal zu erzählen. Das ist die Liebe der spröden Marie zu dem Künstler Jan. Deswegen lässt Katharina Hartwell Marie gleich zehnmal davon erzählen. Jede dieser Erzählungen könnte für sich stehen. Jede dieser Episoden hat ihren ganz eigenen Ton. Und Katharina Hartwell erzählt sie alle so gut, dass sie damit auf jeden Fall einen neuen Weltrekord im literarischen Zehnkampf aufgestellt haben dürfte. Aber in ihrem Zusammenspiel passiert etwas fast Magisches. Die wiederkehrenden Motive, Personen und Spiegelungen legen sich übereinander, verdichten sich. Keine „leichte Kost" - ein Buch, das mich bewegt und im wahrsten Sinne des Wortes „mitgenommen“ hat - und dem ich viele Leser wünsche.

Birgit Rupp

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Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer

Alex Capus

Die Geschichte beginnt 1924 im Hauptbahnhof von Zürich. Dort könnten sie sich zufällig begegnet sein, die drei Schweizer, von denen der Roman erzählt. Alle drei sollten in ihrem Leben eine gewisse Berühmtheit erlangen, wenn auch wider Willen. Felix Bloch, Atomphysiker und eigentlich Pazifist, der im Kampf gegen die Nazis an der Entwicklung der Atombombe beteiligt ist. Laura Doriano, deren größter Traum es ist, eine berühmte Sängerin zu werden, verkauft Hüte und Noten. Sie wird im Zweiten Weltkrieg Spionin für die Alliierten. Und Emile Gilliéron, der eine unglaubliche Begabung als Maler und Restaurator besaß. Er nutzte diese aber nicht für eine große künstlerische Karriere. Stattdessen half er mit, eine der größten archäologischen Fälschungen der Geschichte anzufertigen. Der Roman zeigt spannend und humorvoll die Geschichte und Entwicklung dieser drei Menschen im Kontext von Zeit und politischen Umständen. Capus verbindet Biografie und Fiktion in einem wunderbaren erzählerischen Stil und bietet dem Leser Unterhaltung auf hohem Niveau.

Anja Saly

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Täuscher

Andrea Maria Schenkel

Ein blutiger Doppelmord erschüttert 1922 ganz Süddeutschland. Der Hauptverdächtige ist der Sohn eines reichen Bürstenfabrikanten und das schwarze Schaf der Familie. Obwohl alle Indizien auf ihn verweisen, leugnet der Angeklagte beharrlich. Ist er ein abgebrühter Mörder oder das Opfer eines Justizirrtums? Täuscher bleibt dabei, er hat die beiden Frauen nicht ermordet, kann jedoch weder ein glaubhaftes Alibi noch Indizien beibringen, die ihn entlasten. Lediglich Kriminaloberwachtmeister Johann Huther hat Zweifel an der Schuld Täuschers, da ihm die präsentierte Aufklärung zu einfach ist. Wie gewohnt erzählt die Autorin nicht chronologisch, sondern reiht fiktive Vernehmungs- und Gerichtsprotokolle, Zeitungs- und Gesprächsnotizen aneinander, springt zeitlich hin und her – und nähert sich inhaltlich doch immer mehr dem Kern.

Schenkel schildert die verklemmte Gesellschaft in der Kleinstadt Landshut, die zu einer Vorverurteilung des vermeintlichen Mörders führt. Immer wieder springt man beim Lesen vor und zurück in der Zeit. Da folgt man etwa den ermittelnden Polizeibeamten an den Tatort und in ihre Büros. Oder trifft die Metzgerin, die vermutlich letzte Person vor dem Täter, welche das Opfer noch lebend sah. Lange ist unklar was tatsächlich passiert ist. Für mich ist es ein toller Krimi, bei dem man manchmal „um die Ecke“ denken muss!

Barbara Casper

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Magical Mystery oder die Rückkehr des Karl Schmidt

Sven Regener

Karl Schmidt ist zurück. Man kennt ihn als Freund von Herr Lehmann aus der Lehmann-Trilogie. Fünf Jahre sind vergangen seit dem Mauerfall und seinem Nervenzusammenbruch. Karl wohnt mittlerweile „betreut“ in Hamburg in einer sozialtherapeutischen WG namens Clean Cut 1. Kein Alkohol, keine Pillen. Das ist die Ausgangssituation, als Karl zufällig Raimund, einen alten Kumpel aus Berlin, trifft. Raimund plant eine Tour durch Deutschland, die den „Rave der 90er mit dem Hippieding der 60er versöhnen soll“. Dafür braucht er einen, der sich um alles kümmert, und einen Tourbus-Fahrer, der immer nüchtern bleiben muss… einen wie Karl! Mit viel Sprachwitz erzählt Sven Regener dieses „Roadmovie“ durch die Techno-Szene der 90er Jahre. Beste Unterhaltung für alle Leser der Lehmann-Bücher.

Margret Thorwart

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Karl der Große

Johannes Fried

Der Tod Karls des Großen jährt sich 2014 zum zwölfhundertsten Mal. Ein im Grunde unüberbrückbarer Abstand, um eine Biografie nach heutigen Maßstäben zu schreiben, wie Fried selbst zugibt. Was Karl gedacht oder gar gefühlt hat, entzieht sich unserem Wissen vollständig – selbst was er laut Überlieferung gesagt haben soll, kann nicht mit letzter Sicherheit auf ihn zurückgeführt werden. So sagt Fried über sein Werk auch, dass es „kein Roman, dennoch eine Fiktion“ sei. Auf gut 600 Seiten entsteht eher das Bild eines Zeitalters als das eines individuellen Menschen nach modernem Verständnis. Und der Autor fährt all sein gelehrtes Wissen auf, nähert sich seinem Protagonisten von all den Seiten, die die Quellen eben zulassen; auch etwas abseitigere Aspekte behandelt er, wie die spannende Frage nach der Umwelt des Frankenreichs und seiner Kommunikation mit dem und den Fremden. Wer also detailreich in Karls Leben einsteigen will, ist hier genau richtig, denn das Buch ist schon ein Projekt für den Leser!

Elisabeth Nagel

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Shotgun Lovesongs

Nickolas Butler

Little Wing, eine Kleinstadt im Norden Wisconsins ist Schauplatz dieser ebenso ruhig wie kraftvoll erzählten Geschichte um fünf Freunde, Liebe, Heimat und Musik. Abwechselnd lässt Butler die Protagonisten erzählen und schafft damit eine persönliche Nähe zu den handelnden Personen. Henry und Beth, schon immer ein Paar, schlagen sich mit ihrer Farm gerade so durch. Ronny musste nach einem Unfall seine Rodeo-Karriere beenden und berappelt sich gerade von seiner Alkoholsucht. Kip hat in Chicago Karriere gemacht, aber es zieht ihn zurück in die Heimat. Und auch Lee, der inzwischen international erfolgreiche Songwriter, sehnt sich nach einem Ruhepol. Ein Roman wie ein guter amerikanischer Folk-Rock-Song.

Sven Puchelt

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Die Überlebende - Ein Fall für Simran Singh

Kishwar Desai

Die Sozialarbeiterin Simran Singh wird aus Delhi in ihre frühere Heimatstadt Jullunder gerufen. Eine hochangesehene Familie wurde brutal ermordet. Einzig überlebt – und nun von allen verdächtigt – hat Durga, die 14-jährige Tochter der Familie. Das Mädchen ist schwer traumatisiert und hüllt sich in Schweigen. Simran versucht zu dem Mädchen durchzudringen und herauszufinden, was wirklich geschehen ist. Als sie erfährt, dass Durgas ältere Schwester Jahre zuvor verschwunden ist und Simran nun deren Spur verfolgt, fügt sich das Geschehen nach und nach zusammen. „Die Überlebende“ ist ein spannender Krimi und ein Gesellschaftsporträt Indiens, dessen Hauptaugenmerk sich auf die Situation der Frauen dort richtet.

Ulla Leber

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Stoner

John Williams

„Stoner“ ist 1965 in den USA erschienen, war ein großer Erfolg und ist trotzdem nach kurzer Zeit wieder in der Versenkung verschwunden. 2006 wurde der Roman wiederentdeckt und liegt nun endlich in deutscher Übersetzung vor. In der Tradition der großen amerikanischen Gesellschaftsromane lässt Williams das Leben eines Mannes am Leser vorüberziehen. Aus einfachen Farmerverhältnissen kommend, entdeckt der junge Stoner Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts am College seine Liebe zur englischen Literatur. Er verbringt sein ganzes Leben an diesem College. Unaufgeregt wie das Leben Stoners verläuft auch der Roman, der mich trotzdem, oder gerade deshalb, von Anfang bis Ende gebannt hat.

Sven Puchelt

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Lotta Wundertüte

Sandra Roth

Unser Leben mit Bobbycar und Rollstuhl: Lotta, drei Jahre alt, ein Schmoller, ein Schlawiner, blond, zickig, zäh, süß – und schwerbehindert. Wie lebt es sich mit einem solchen Kind? Ein ehrlicher, zutiefst berührender Bericht über Familie, Mut, Leiden und Lachen – und die Frage: Was zählt im Leben? Eines meiner Herzensbücher in diesem Herbst.

Birgit Rupp

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Die Liebestäuschung

Hernán Rivera Letelier

Pampa Unión, eine Stadt in der Atacama-Wüste im Norden Chiles, hat es wirklich gegeben. 1929 ist sie Anlaufstelle für die Arbeiter aus den umliegenden Salpeterminen, denn hier reiht sich ein Bordell ans andere, eine Spelunke an die nächste – die beste Möglichkeit, die trostlose Schinderei unter Tage für ein paar Stunden zu vergessen. Hier lebt auch die Kinopianistin Golondrina del Rosario. Sie ist schön und tugendhaft – ein Kontrast zu ihrer Umgebung – und unsterblich verliebt in den Trompeter und Windhund Bello Sandalio. Sie half ihm einmal aus einer Verlegenheit: Als er bei einer Tour durch die Etablissements zu weit ging, gewährte sie ihm mehr als ein Versteck. Gegen alle Erwartungen wird aus dem erotischen Abenteuer eine große Liebe, die aber aufgrund politischer Ereignisse einen tragischen Verlauf nimmt. Diese sehr südamerikanische, sehr sinnliche Liebesgeschichte ist gleichzeitig eine eindringliche Schilderung der Vergänglichkeit und Vergeblichkeit menschlichen Handelns in einer der unwirtlichsten Gegenden der Erde. Eine große Rolle spielt die Musik: Die Leidenschaft für sie verbindet die beiden Protagonisten und spiegelt sich in der Sprache.

Elisabeth Nagel

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Die irren Fahrten des Gabriel Delacruz

Jordi Punti

Vier Söhne hat Gabriel Delacruz, Lastwagenfahrer aus Barcelona, der Ende der sechziger, Anfang der siebziger  Jahre Umzüge von Spanien nach ganz Europa fährt: Christof in Frankfurt, Christopher in London, Christophe in Paris und Cristòfol in Barcelona. Weder die vier Brüder noch deren Mütter wissen voneinander, außerdem hat sich der Vater seit Jahren nicht blicken lassen. Als Cristòfol Jahrzehnte später zufällig erfährt, dass Gabriel verschwunden ist, stößt er bei Nachforschungen in dessen Wohnung auf die Spuren seiner Halbbrüder. Sie treffen sich und rekonstruieren in vielen kleinen Geschichten und Erinnerungen das Leben des Vaters. Ein wunderbar fabulierter Roman. 

Sven Puchelt

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Kornblumenblau

Schünemann & Volic

Kornblumenblau ist der gelungene Auftakt einer Krimireihe des deutsch-serbischen Autorenduos Christian Schünemann und Jelena Volic. Im Mittelpunkt steht die sympathische Rechtsexpertin Milena Lukin, die mit ihrer Mutter und ihrem Sohn in Belgrad lebt. Sie ist Spe-zialistin für internationales Strafrecht und muss ständig um die Finanzierung des Instituts, für das sie arbeitet, bangen. Ihr Freund, der Anwalt Sinisa Stojkovic, bittet sie in ein brisanten Fall um Unterstützung. Die Eltern zweier toter Soldaten haben ihn beauftragt den Tod ihrer Söhne noch mal genau zu untersuchen. Doch ihre Nachforschungen sind gewissen Kreisen ein Dorn im Auge.

Der Kriminalfall basiert auf einer wahren Begebennheit: 2004 wurden zwei Soldaten auf dem Gelände der Belgrader Kaserne Topcider tot aufgefunden. Suizid, hieß es und das Militärgericht stellte die Untersuchungen ein.

Doch bald stießen Experten auf Ungereimtheiten. Mussten die Soldaten sterben, weil sie den untergetauchten Kriegsverbrecher Ratko Mladic in der Kaserne gesehen hatten? Man darf auf die nächsten Fälle für Milena Lukin gespannt sein.

Jeannine Beihofer 

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Brooklyn

Colm Tóibín

Ellis wandert auf Drängen ihrer Familie nach New York aus, da sie im Irland der 50er Jahre keine beruflichen Perspektiven hat. Allen Herausforderungen begegnet sie trotz ihrer Unerfahrenheit mit ruhiger Gelassenheit und bleibt sich immer selbst treu. Genau diese Eigenschaften machen sie so sympathisch und man verfolgt mit großer Anteilnahme, wie sie sich von dem jungen, unselbststän-digen Mädchen zu einer Frau entwickelt, die unbeirrt ihren Weg geht bzw. wieder auf ihn zurück findet. Außerdem viel Lokalkolorit aus dem New York der 1950er.

Elisabeth Nagel 

 

 

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Sommer in Maine

J. Courtney Sullivan

Bei den Kellehers, einer irischstämmigen Familie aus Massachusetts, läuft einiges schief, aber nach außen hält man zusammen. Nur im Sommerhaus der Familie in Maine zeigen sich die Risse in der Fassade. Während des unbeschwerten Lebens mit Sonne und Strand treten tiefe Zerwürfnisse zutage. Es gibt ein Alkoholproblem, das vor allem die alte Matriarchin Alice und ihre Tochter Kathleen zu bewältigen haben. Zwischen den drei erwachsenen Geschwistern und deren Lebensgefährten gibt es heftige Rivalitäten. Enkeltochter Maggie erwartet ein Kind von einem Mann, der sie nicht liebt. Außerdem versuchen die Familienmitglieder ihre dunklen Geheimnisse vor den anderen zu verbergen. Alice zum Beispiel fühlt sich schuldig am Tod ihrer Schwester. Um diese Schuld auszugleichen, verspricht sie das Sommerhaus als Erbschaft der Kirche. Die Familie weiß nicht, dass sie einen ihrer letzten Sommer in Maine verbringt. Als es herauskommt, brechen die Konflikte wieder auf. Die Autorin erzählt spannend die Geschichte dreier Frauengenerationen. 

Anja Saly

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Fast Genial

Benedict Wells

Francis, knapp achtzehn, wohnt mit seiner Mutter in einem heruntergekommenen Trailerpark in New Jersey. Eines Tages erfährt er die Wahrheit über seine Zeugung. Offenbar verdankt er seine Existenz einem absurden Experiment, an dem seine Mutter damals teilgenommen hat. Bisher dachte er, dass sein Vater abgehauen sei und die Familie im Stich gelassen habe. Nun will er die Wahrheit  wissen! Mit seinem Freund Grover und Anne-May, dem Mädchen seiner Träume, geht er auf die Suche nach seinem Vater. Ein klasse Roadmovie, spannend bis zum letzten Satz

Barbara Casper

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Der Trafikant

Robert Seethaler

Österreich 1937:  Der 17-jährige Franz Huchel kommt aus der Provinz nach Wien. Dort beginnt er bei dem Juden Otto Trsnjek eine Lehre in dessen Trafik (einem Zeitungs- und Tabakgeschäft). Franz freundet sich mit  dem Stammkunden Sigmund Freud an. Der naive Franz und der abgeklärte Freud sind beide auf ihre Art klug und ihre Begegnungen eine gegenseitige Bereicherung.  Auf den Rat von  Freud  „viel an die frische Luft zu gehen und sich ein Mädchen zu suchen“, verliebt sich Franz unsterblich, aber auch unglücklich. Wieder sucht er Rat bei seinem väterlichen Freund, doch die Zeiten sind ungünstig für die Liebe. Der Anschluss ans Deutsche Reich erfolgt  und Österreich versinkt im braunen Sumpf. Otto Trsnjek wird denunziert und abgeholt. Freud flieht in letzter Minute aus Wien. Wie es Franz gelingt, seinen inneren Anstand zu wahren und den Drohungen und Verführungen der Nazis zu widerstehen,  wird glaubwürdig und sprachlich von der ersten bis zur letzten Seite überragend erzählt. 

Eine Geschichte  (komisch und tragisch) mit einer sehr liebenswerten  Hauptfigur, die mich sehr berührt hat. Und ein Autor, den ich neu für mich entdeckt habe.

Margret Thorwart

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Wenn ich dich umarme hab keine Angst

Fulvio Ervas

Diese Reise beginnt lange vor dem Aufbruch, sie beginnt mit der Diagnose: “Ihr Kind ist autistisch.” Jahre später fahren Franco und sein Sohn Andrea mit dem Motorrad quer durch den amerikanischen Kontinent. Ein Abenteuer, das durch kontrastreiche äußere und innere Landschaften führt und Vater und Sohn einander näherbringt.

Andrea, 17, lacht viel und wirkt glücklich. Aber er ist wie ein Funkgerät, das nur empfangen, nicht senden kann. Gefühle vermag er nicht zu formulieren, und um einen Eindruck von einer Person zu erhalten, legt er die Arme um deren Bauch. Weshalb die Eltern den Satz  “Wenn ich dich umarme, hab keine Angst” auf Andreas T-Shirts drucken lassen. Über Jahre absolviert die Familie Therapie um Therapie. Bis sich Vater und Sohn auf ein Motorrad setzen und eine Fahrt ins Blaue antreten. Dabei reisen sie von Florida nach Kalifornien, von Mexiko nach Guatemala und durch Brasilien, und je weiter sie sich von zu Hause entfernen, umso näher kommen sie sich. Zurück in Italien, trifft der Vater den Autor Fulvio Ervas. Der hört sich die Geschichte von Franco und Andrea an – und lässt sich zu dem Buch  inspirieren. Für mich ein faszinierendes und berührendes "Roadmovie" in Buchform.

Birgit Rupp

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Die Dunkelheit in den Bergen

Silvio Huonder

Ein hochspannender historischer Kriminalfall, in dem finstere Gestalten mit einer schaurig-schönen Landschaft verschmelzen: Anarchie ist in Graubünden im 19. Jahrhundert an der Tagesordnung. Deserteure, Diebe und Bettler streifen plündernd durch die Berge. 1821 geschieht in der Mühle bei Bonaduz ein brutaler Mord. Der Verhörrichter Baron von Mont begibt sich mit zwei heimgekehrten Söldnern auf die Spur des Verbrechens. Die Detektivarbeit in den abgelegenen Tälern ist beschwerlich. Dennoch gelingt es von Mont, mehrere Verdächtige aufzuspüren und vor das Kriminalgericht in Chur zu bringen. Ein packender Schauerroman, den man nicht mehr aus der Hand legen kann.

Birgit Rupp

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Öl auf Wasser

Helon Habila

Port Harcourt, Nigeria. Die Ehefrau eines britischen Ölmanagers ist entführt worden. Als eine Lösegeldforderung eingeht, wittert der junge Journalist Rufus die Chance zu einer großen Story und macht sich mit dem gealterten Starreporter Zaq im Nigerdelta auf die Suche nach der Entführten. Was eigentlich Afrika aus dem Bilderbuch sein könnte – die unzähligen Flussarme des Niger und seine Mangrovenwälder -, ist durch jahrzehntelange Erdölförderung ökologisches Katastrophengebiet und zerrissen von Gewalt und Gier. Zaq und Rufus geraten zwischen die Fronten von Militär und Rebellentruppen und als Leser glaubt man lange, dass die beiden Journalisten nicht lebend von ihrer Mission zurückkehren werden.

Dieser Fast-Krimi ist gleichzeitig auch Gesellschaftsporträt und hat mich begeistert, weil er eine spannende Handlung mit einem realen politischen Hintergrund verbindet. Habila schildert zwar die bedrückenden Lebensumstände der Menschen im Nigerdelta, lässt aber letztendlich die Menschlichkeit siegen.

Elisabeth Nagel

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Grrrimm

Karen Duve

Winterzeit ist Märchenzeit und zum Grimm-Jubiläum hat Karen Duve einige Märchen der Gebrüder neu interpretiert. 

Karen Duve unterzieht alles einem Realitätscheck und versieht ihre Figuren mit all den Gefühlen, Leidenschaften, Ängsten und Komplexen, die auch uns Normalsterbliche plagen. Ihre "Happy Ends" halten meist nicht lange und gipfeln rigoros in einer unvermeidlichen Scheidung. Manchmal allerdings leben sie doch noch "vergnügt bis an ihr Ende, wurden zusammen älter, bekamen zusammen Pergamenthaut und Putenhälse und hatten sich immer gern."

Fazit: Schneewittchen lebt! Restauriert und aufpoliert, adaptiert und neu interpretiert - Karen Duve hat Grimms Märchen, die von ihrer unverwechselbaren Sprache leben, einen ganz eigenen Duve-Sound verpasst. Zuweilen richtig böse, unbarmherzig und morbide - eine bissige, aber respektvolle Hommage, die stets die Würde des Originals wahrt. Und es gibt auch eine Hörbuchversion, gelesen von der Autorin, Ina Müller und Bastian Pastewka. 

Birgit Rupp

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Das schönste Wort der Welt

Margaret Mazzantini

Mit „Das schönste Wort der Welt“ ist Margaret Mazzantini ein grandioser und unter die Haut gehender Roman vor dem Hintergrund der Ereignisse von Sarajewo im Jahr 1992 gelungen.
Gojko, ein bosnischer Dichter und Fremdenführer, macht Gemma, eine angehende Journalistin aus Rom, während der olympischen Winterspiele 1984 mit Diego,dem Fotografen und der großen Liebe ihres Lebens bekannt.
Jahre später bekommt sie einen Anruf von Gojko – eine Ausstellung mit Fotos von Diego wird in Sarajewo als Erinnerung an den Bosnienkrieg eröffnet.
Mit ihrem pupertierenden Sohn Pietro reist sie nun endlich in die Stadt, in der er 1992, während die ersten Bomben fielen, geboren wurde und Diego starb.
Die Erinnerungen führen Gemma zurück in die Vergangenheit, zurück zu den ersten unbeschwerten Jahren in Rom, wo alles perfekt schien, bis sie sich ein Kind wünschen und sich herausstellt, dass Gemma unfruchtbar ist. Nach unzähligen Versuchen schwanger zu werden und gescheiterten Adoptionsversuchen reisen die beiden nach Sarajewo, dorthin, wo alles begann, und so nimmt das Schicksal seinen Lauf.

Jeannine Beihofer

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Willkommen auf Skios

Michael Frayn

Auf der imaginären griechischen Insel Skios residiert die noble Fred-Toppler-Stiftung. Der Höhepunkt ihrer Aktivitäten ist der alljährliche Vortrag eines berühmten Gastredners. Dabei fließt reichlich Champagner und viele Mitglieder der oberen Zehntausend kommen auf die Insel. Mit der Ankunft von Prof. Norman Wilfred am Flughafen beginnt eine rasante Verwechslungskomödie. Versehentlich wird ein Hallodri zum Professor befördert, der sich eigentlich mit seiner heimlichen Geliebten treffen wollte. Er macht, was ihm an akademischem Wissen fehlt, mit selbstbewusstem Improvisationstalent wett. Der echte Norman Wilfred, der erst noch versehentlich den Koffer seines ungeahnten Doppelgängers vom Band genommen hat, landet durch Verständigungsprobleme mit dem Taxifahrer direkt bei der Geliebten des Hochstaplers. Nun beginnt für ihn eine verwirrende und äußerst nervenaufreibende Odyssee, wobei er vertrauensvoll erwartet, dass sich spätestens am nächsten Morgen der Nebel lichtet. Der Autor schafft es durch immer neue‚ Verwicklungen die Spannung bis zum Finale zu halten und der Leser kann sich wunderbar amüsieren.  

Anja Saly

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Atlas eines ängstlichen Mannes

Christoph Ransmayr

„Mit siebzig Geschichten um die Welt!“

Der österreichische Schriftsteller Ransmayr ist kein Vielschreiber, sondern einer, der in der Regel sieben Jahre für ein Buch braucht. Das Ergebnis ist dafür immer ein literarisches Ereignis (davon zeugen die zahlreichen Literaturpreise, die er erhalten hat). Viel und weit gereist ist Ransmayr jedoch.  Die Eindrücke, Beobachtungen und Erlebnisse seiner zahlreichen Reisen hat er in seinem soeben erschienenen Buch festgehalten in 70 Geschichten. Jede beginnt mit einem subjektiven „Ich sah …“, weil Ransmayr nur erzählen will, was er selbst erlebt hat:  An fernen Orten wie den Osterinseln, im arktischen Eis oder  im Himmalaya etc..  Oder ganz  in der Nähe in seiner Heimat Österreich oder in Irland, wo er lange  gelebt  hat. Jede Erzählung ist in sich abgeschlossen, d.h. man kann nach Lust und Laune durch das Buch flanieren und sich einen Ort, ein Land aussuchen.  

Man sollte dieses Buch genießen, es ganz langsam lesen  und lange nachwirken  lassen. 

Margret Thorwart

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Gleitflug

Anne-Gine Goemans

Ein Vater, dessen Beruf es ist, Vögel vom nahen Flughafen fernzuhalten. Ein Onkel, der engagiert einen Campingplatz für „plane spotter“ betreibt. Eine Mutter die sich mehr um ihre Hilfsprojekte in Afrika kümmert als um ihren eigenen Sohn. Ein Mädchen mit zu vielen Piercings. Ein ehemaliger Lehrer, der unter Fettleibigkeit leidet und Familien- und Regionalforschung betreibt. Mehrere Gänse, davon eine mit Talent zum Tischtennisspielen. Mittendrin Giles, vierzehn Jahre alt, auf dem Weg zum Erwachsenenwerden. Anne-Gine Goemans‘ Roman erzählt liebevoll und mit herrlichem Humor vom Aufwachsen in ungewöhnlichen Verhältnissen, von Freundschaft, Vertrauen, Vorurteilen, Liebe – vom Leben eben. 

Sven Puchelt

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Bretonische Verhältnisse

Jean Luc Bannalec

Der Seniorchef des Hotels Central in Pont Aven, in dem schon Gauguin logierte, wird im Speisesaal ermordet aufgefunden. Der koffeinsüchtige, in die Bretagne zwangsversetzte Inspektor Dupin ermittelt in seinem ersten Fall mit Anleihen bei Maigret und sehr viel bretonischem Lokalkolorit. Ein unterhaltsamer, bedächtiger Ermittlerkrimi, der sich wohltuend von den derzeitigen, teils überharten Ein-Wort-Titel-Krimis abhebt. Sobald das Rätsel um das Pseudonym des Autors gelöst ist, versuchen wir einen bretonischen Abend mit ihm zu organisieren. Versprochen!

Sven Puchelt

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Die Spur des Bienenfressers

Nii Ayikwei Parkes

In einem Dorf im ghanaischen Hinterland werden Reste einer menschlichen Leiche entdeckt. Der junge Forensiker Kayo soll herausfinden, was passiert ist. Moderne und Tradition treffen aufeinander und Kayo merkt schnell, dass seine Wissenschaft allein die Wahrheit nicht ans Licht bringen kann. Ein spannender Krimi jenseits der ausgetretenen Krimipfade, der ohne Brutalität auskommt und einen seltenen Schauplatz sowie eine ungewöhnliche "Lösung" bietet.

Elisabeth Nagel 

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Das Geheimnis des weißen Bandes

Anthony Horowitz

Der englische Autor Anthony Horowitz hat einen der berühmtesten Detektive der Weltliteratur wieder auferstehen lassen. Sherlock Holmes ist zurück! Wenn man dann noch erfährt, dass die Sherlock Holmes Society selbst dem Autor den Auftrag erteilt und den fertigen Roman abgesegnet hat, wird der Ehrgeiz des kritischen Lesers gepackt. Ja, das will man doch mal sehen, entweder passt die Schreibweise nicht zur Geschichte oder umgekehrt und überhaupt. Ich gestehe, an Vorverurteilungen hat es bei mir nicht gemangelt. Umso erstaunter war ich, dass ich mich unversehens in einer packenden und keineswegs antiquierten Krimihandlung wiederfand. In herrlich altmodischer Sprache gelingt es dem Autor, den Leser in das London des 19.Jahrhunders zu versetzen und die altbekannten Helden Sherlock und Watson in einen, nein zwei mysteriöse Kriminalfälle zu verwickeln. Einer Verbrecherbande, die einen Klienten verfolgt, auf der Spur, werden die beiden in eine schreckliche Verschwörung hineingezogen. Es begegnet uns viel Bekanntes - Figuren, Orte, Markenzeichen. Bei all der behutsam eingesetzten Nostalgie und Verneigung vor dem Original lässt Horowitz keinen Moment sein Können außer Acht, eine unglaublich mitreißende  Geschichte  zu erzählen.  Deshalb möchte ich den Roman auch unbedingt  Nicht-Holmes-Kennern ans Herz legen. "Das Geheimnis des weißen  Bandes" ist Krimikost vom feinsten, zugleich eine Hommage an den typisch englischen Detektivroman und dennoch hochbrisant und aktuell. Darin lag für mich die eigentliche Überraschung.

Elke Weirauch-Glauben

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Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry

Rachel Joyce

Harold Fry ist seit einem halben Jahr pensioniert und sein Leben erscheint wenig aufregend. Mit seiner Frau Maureen hat er sich entzweit, die beiden können nicht einmal mehr miteinander streiten. In dieser Situation erreicht ihn der Brief einer früheren Arbeitskollegin, die in einem Hospiz am anderen Ende von Großbritannien im Sterben liegt. 20 Jahre hat er nichts von Queenie gehört oder gesehen und nun soll er sich mit wenigen Worten von ihr verabschieden. Harold ist ein Gentleman, er möchte unbedingt den richtigen Ton treffen, ist sich aber der begrenzten Zeit bewusst. Er geht los, um seinen Brief in den nächsten Postkasten zu werfen, doch ein Mal in Bewegung gesetzt, vermag Harold nicht mehr umzukehren. Er läuft weiter und schließt ein Abkommen: er bringt den Brief zu Fuß quer durch Großbritannien, dafür wird Queenie leben. So beginnt diese unwahrscheinliche Pilgerreise und nicht nur Harold wirft sich völlig unvorbereitet in dieses Abenteuer:  seine Frau Maureen, zuhause zurückgelassen, wird dadurch unfreiwillig aufgefordert, sich mit ihrem Leben und allen zugehörigen Unzulänglichkeiten auseinanderzusetzen. Auch mich hat das Buch mit auf die Reise entführt und dabei erstaunt, berührt und begeistert.

Birgit Rupp

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Das Alphabethaus

Jussi Adler-Olsen

Deutschland im Zweiten Weltkrieg: Nach einem Flugzeugabsturz hinter feindlichen Linien retten sich die britischen Piloten Bryan und James in einen Krankentransport. Unter der Identität von zwei deutschen Soldaten gelangen sie in ein Lazarett für psychisch Kranke. Hier sind sie der Willkür und dem Sadismus des Personals hilflos ausgeliefert. Bryan gelingt die Flucht, doch das Schicksal von James bleibt ungewiss. 30 Jahre später lassen Bryan die Erinnerungen an die Vergangenheit nicht los. Er reist nach Deutschland, um etwas über das Schicksal von James zu erfahren. 

Eine unfassbare Geschichte: die Schrecken des Krieges und das Schicksal psychisch zutiefst beschädigter Patienten einer Nervenheilanstalt auf der einen Seite, die Freundschaft zweier englischer Piloten und die Suche nach einem Verschwundenen auf der anderen.  Man liest das Buch mit allen Sinnen. Ein unerwartetes Ende - spannend bis zur letzten Seite!

Barbara Casper

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Fünf

Ursula Poznanski

Eine Frauenleiche mit eintätowierten Koordinaten auf der Fußsohle wird auf einer Wiese bei Salzburg gefunden. Als die Ermittlerin Beatrice Kaspary und ihr Kollege Florin Wenninger die bezeichnete Stelle aufsuchen, finden sie dort eine Box, genau wie beim Geocaching, der modernen Schnitzeljagd per GPS. Allerdings befindet sich in der Box kein Schatz, sondern ein abgeschnittenes Körperteil und ein Rätsel, dessen Lösung zur nächsten Box führt. Eine blutige Schnitzeljagd beginnt und der Mörder scheint immer einen Schritt voraus zu sein. Ein Muss für alle Geocacher und Krimifans. Nach den Jugendbüchern "Erebos" und "Saeculum" ist "Fünf" das erste Buch für Erwachsene der österreichischen Autorin Ursula Poznanski.

Jeannine Beihofer

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Katzentisch

Michael Ondaatje

In diesem autobiografisch geprägten Roman geht ein Elfjähriger auf eine märchenhaft-abenteuerliche Schiffsreise von Sri Lanka nach England. Der Ich-Erzähler Michael wird mit zwei gleichaltrigen, ebenfalls allein reisenden Jungen an den Katzentisch des Speisesaals verwiesen. Dort finden sie sich in einer bunten Gesellschaft von Außenseitern wieder. Am Katzentisch, das merken die drei Lausbuben sofort, sind sie für die Obrigkeiten des Schiffes so gut wie unsichtbar. Sie stöbern und schnüffeln in der Ober- und Unterwelt des Schiffes herum und machen Bekanntschaften und Entdeckungen. Dieser Roman ist voller aufregender Geschichten sowie intensiver Augenblicke. Er ist ein Gleichnis für das wahre und abenteuerliche Leben.

Anja Saly

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Fische füttern

Fabio Genovesi

Muglione ist ein hässliches toskanisches Kaff, in das sich kein Tourist je verirren würde. Hier kreuzen sich einen Sommer lang die Wege von drei jungen Leuten: Mirko, der auf eine Karriere als Radsportler hofft; Fabrizio, der mit seiner Heavy-Metal-Band groß rauskommen will, aber erst einmal grandios scheitert (hier werden Erinnerungen an "Populärmusik aus Vittula" wach) und Tiziana, die nach ihrem Auslandsstudium ehrgeizige Pläne für die italienische Provinz hat. Mit Sarkasmus und Witz und ohne Angst vor philosophischen Fragen erzählt Genovesi, wie die drei straucheln, Entscheidungen treffen und wie das Leben einfach weiterfließt - oder auch steht wie in Mugliones Kanälen. Ein sommerliches, leichtes Buch, das von der Einbandgestaltung bis zum letzten Satz der Danksagung, den man nicht überlesen sollte, rundum gelungen ist.

Elisabeth Nagel

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Der komische Kanon

Heiko Arntz

Nach dem Tode Loriots habe ich im englischen "Guardian" einen Nachruf gelesen, der folgendermaßen begann: "Germany is known for many things: reliable cars, punctual trains, a national reluctance to cross the road if the lights are on red. Comedy, though, not so much."  Auch wir Deutschen klagen oft über unseren fehlenden Humor. Heiko Arntz beweist uns mit seiner Anthologie nun jedoch, dass es in der deutschen Prosa, und nur um diese geht es in dem 750 Seiten starken Werk, durchaus viele bedeutende Humoristen gab und gibt. In einem weiten Bogen umspannt Arntz fünf Jahrhunderte, beginnend bei Heinrich Bebel und endend bei Simon Borowiak, und lässt den staunenden Leser viele Autoren und Autorinnen neu entdecken. Eine Fundgrube, ein Hausbuch, ein Schatz!

Sven Puchelt

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Der Hals der Giraffe

Judith Schalansky

Inge Lohmark, Biologielehrerin an einer langsam sterbenden Schule in der vorpommerschen Provinz, kommt schon lange nicht mehr mit dem Leben zurecht. Niemand scheint sich mehr an die Naturgesetze zu halten, die für sie die Grundlage allen Lebens bedeuten. Ihre Schüler, ihre Kollegen, ihre ganze Umwelt wird bei Inge Lohmark nach darwinschen Regeln kategorisiert. Doch ganz langsam kommt ihr Weltbild ins Wanken. Judith Schalanskys wunderschön gestaltetes Buch ist ein bitterböser und höchst unterhaltsamer Roman, der auch die Bezeichnung "Bildungsroman" völlig zu Recht trägt.

Sven Puchelt

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Mittelreich

Josef Bierbichler

Ein berühmter Satz Kafkas lautet: "Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns".  Ein solches Buch ist "Mittelreich". Geschrieben hat es der Film- und Theaterschauspieler Josef Bierbichler. Bierbichler ist am Starnberger See auf einem Hof und Gasthaus aufgewachsen. Dort spielt auch sein Roman. Und obwohl es kein autobiografisches Porträt der Familie des Autors ist, wird schnell klar, dass ihm die Mentalität von Land und Leuten vertraut ist. Der Roman beginnt 1914 mit der Mobilmachung und endet ungefähr 1984 mit der Wiederaufrüstungsdebatte. Das gesamte 20. Jahrhundert mit seinen politischen Ereignissen und gesellschaftlichen Veränderungen spiegelt sich wider in den Lebens- und Leidensgeschichten der Figuren und ihrer Sehnsucht nach Heimat als Zufluchtsort. Ein bemerkenswertes Buch, sprachgewaltig, voller Wut und Zärtlichkeit. Wer lieber hört als liest, dem empfehle ich das Hörbuch. Josef Bierbichler liest es selbst und besser könnte es auch keiner.

Margret Thorwart

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Madame Hemingway

Paula McLain

Paula McLains Roman "Madame Hemingway" handelt von Ernest Hemingways erster Ehefrau Hadley Richardson. Die Autorin hat zahlreiche Briefwechsel und Biographien gelesen und hat diese Fakten als Rahmen für ihren Roman benutzt. Im Jahre 1920 lernt die 28jährige Hadley den sieben Jahre jüngeren Ernest Hemingway kennen. Die beiden verlieben sich und wandern nach der Hochzeit nach Paris aus. "Madame Hemingway" ist eine spannende Beschreibung über das Leben im Paris der 20er Jahre. Im Bekanntenkreis der Hemingways begegnen uns viele heutzutage bekannte Schriftstellergrößen wie Gertrude Stein, James Joyce und Scott Fitzgerald. Der Roman ist aber auch die Geschichte einer Ehe, die mit so vielen Versprechen und ehrlichen Vorsätzen beginnt, am Ende dann aber immer komplizierter wird und schließlich scheitert. 

Ulla Zachmann-Leber

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Die letzte Flucht

Wolfgang Schorlau

Der sechste Fall um den ehemaligen BKA-Fahnder und jetzigen Privatermittler Georg Dengler spielt  dieses Mal in Berlin. Ein Medizinprofessor, Forscher an der Berliner Charité, wird verdächtigt, ein Mädchen vergewaltigt und ermordet zu haben. Sein Freund und Anwalt ist fest von dessen Unschuld überzeugt und engagiert Georg Dengler, der Beweise dafür finden soll. Zeitgleich wird der Europachef eines Pharmakonzerns entführt. Der Entführer will kein Geld und verspricht die sofortige Freilassung, wenn dieser folgende Frage ehrlich beantwortet: "Was verkaufen Sie wirklich?" Wie immer verknüpft Schorlau ein aktuelles Thema mit einer spannenden Krimihandlung. Hier geht es um die Machenschaften der Pharmaindustrie. Zwei Jahre hat Schorlau für seinen neuen Krimi recherchiert und weiß nun: "Die Pharmaindustrie wird von einer beispiellosen kriminellen Energie getrieben." 

Margret Thorwart

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Im Eis

Melanie McGrath

Der Schauplatz dieses Krimis, Edward Islands, befindet sich in der Nähe des Nordpols. Edi Kiglatuk, eine Inuit, lebt hier als Arktis-Jägerin. Bei einer von ihr geführten Jagdexpedition kommt ein Mann unter mysteriösen Umständen ums Leben. Der Rat der Dorfältesten möchte diesen Todesfall gern vertuschen. Nachdem es aber einen weiteren Mord gibt, beginnt Edi selbst zu recherchieren. Sie macht sich dabei innerhalb ihrer Gemeinschaft, aber auch international mächtige Feinde und muss bald um ihr eigenes Leben bangen. Die Handlung ist sehr spannend und hält viele unerwartete Wendungen bereit. Das Buch gibt auch einen interessanten Einblick in das Alltagsleben der Inuit, das von extremen Umweltbedingungen und einer sozial angespannten Lage geprägt ist.

Anja Saly

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Die Akte Rosenherz

Jan Seghers

In seinem vierten Roman um den Frankfurter Kommissar Marthaler lässt Jan Seghers einen vierzig Jahre alten Mord an einer Prostituierten wieder aufrollen. Daneben muss der Polizist noch einen Kunstraub aufklären, bei dem seine schwangere Verlobte Tereza schwer verletzt wurde.  Privat in einer traumatischen Situation gefangen, wird der Kommissar von einer jungen Journalistin unterstützt, die sich auf merkwürdige Weise  in den Fall der toten Karin Rosenherz verbissen hat.  Die Zusammenarbeit der beiden  macht einen der besonderen Reize des Romans aus, hat der Autor mit  Anna Buchwald doch eine unglaublich komplexe Figur geschaffen, die geradezu durch die Handlung "fegt". Jan Seghers lässt sich viel Zeit für seine Figuren und Ihre Beweggründe. Ein anderer Höhepunkt des Romans ist die Schilderung der sechziger Jahre und ihrer gesellschaftlichen  Zwänge, die für den Fall nicht unerheblich sind. Äußerst spannend und sprachlich gelungen ist der Krimi, der auf einem wahren Fall beruht,  nicht nur für Leser zu empfehlen, die Frankfurter Lokalkolorit lieben.

Elke Weirauch-Glauben

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Ameisenroman

E.O. Wilson

E.O. Wilson ist der bekannteste Biologe unserer Zeit und Begründer der Soziobiologie. Nach einigen Sachbüchern hat er nun mit 81 Jahren seinen ersten Roman geschrieben. "Ameisenroman" erzählt die aufregenden Abenteuer eines Huckleberry Finn unserer Tage. Raffs Forscherdrang macht ihn zum Zeugen der Entstehung und Zerstörung von vier Ameisenvölkern, deren Geschichten "Epen auf einem Picknickplatz" gleichen. In der "Ameisenchronik", Raffs Abschlussarbeit am College und zugleich das literarische Herzstück des Romans, wird von ihnen berichtet. Trotz seiner vielversprechenden Anfänge als Naturforscher entscheidet sich Raff für ein Jurastudium in Harvard. Und bald wartet eine große Herausforderung auf ihn: Ein Immobilienunternehmen will sich die Nokobee-Wildnis seiner Jugend unter den Nagel reißen. In einem atemberaubenden Ende, das kein Leser so leicht vergisst, bekommt er es mit den wütenden und korrupten Geistern eines alten Südens zu tun, den er längst untergegangen glaubte. "Ameisenroman" ist eine raffinierte Mischung aus Thriller, Familiensaga und Parabel. Er fasziniert nicht nur durch die verblüffenden Wendungen, wundervollen Naturbeschreibungen und bestürzenden Enthüllungen seiner Geschichte, sondern vermittelt seinen Lesern auch neue Einsichten in den Sinn des Lebens und Überlebens in unserer sich rasch verändernden Welt. 

Birgit Rupp

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Der Sonnenfürst

Tilman Röhrig

Im Jahr 1733 wird am Kölntor in Brühl vor den Augen der Gänsemagd Margaretha heimtückisch ein adliger Kavalier ermordet. Der Tote ist der Favorit des Kurfürsten Clemens August, auch Sonnenfürst genannt. Margaretha findet am Hofe eine Anstellung als Zofe. Dort schwebt sie aber in großer Gefahr. Denn Intriganten des Hofstaates wollen sie mit allen Mitteln zum Schweigen bringen und auch der Kurfürst soll gestürzt werden. Nur seinen engsten Dienern und der Harfespielerin Mechthild Brion kann er noch vertrauen. Der Roman lässt die kurfürstliche Zeit mit ihrem Glanz und ihrer Pracht auferstehen und die zahlreich auftretenden Personen sind wunderbar gezeichnet. Es ist eine gelungene Mischung aus historischen Fakten und Fiktion.

Anja Saly

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dtv Jubiläumsedition

Taschenbuch Verlag mit einer Jubiläumsedition, in der bis Oktober 24 Highlights der Verlagsgeschichte in bibliophilen, flexiblen Leinenausgaben herausgebracht werden. Bölls „Irisches Tagebuch“ (das erste Buch des Verlages überhaupt) ist genauso dabei wie Tolkiens „Kleiner Hobbit“, „Die philosophische Hintertreppe“ von Weischedel oder Erich Fromms „Haben oder Sein“. Bücher zum Neuoder
Wiederentdecken.

Sven Puchelt

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Schurken der Landstraße

Michael Chabon

Großartige Unterhaltung bietet Chabons bislang letzter Roman, der in den USA unter dem etwas passenderen Titel „Gentlemen of the Road“ erschienen ist. Schauplatz dieses Abenteuer- und Schelmenromans ist das historisch reale Chasarische Reich im 10. Jahrhundert. Hier begleiten wir Chabons Helden, Zelikman, den jüdischen Weltenbummler aus Regensburg und seinen, ebenfalls
jüdischen, schwarzafrikanischen Freund Amram auf Ihrer abenteuerlichen und teils grotesken Reise durch die kaukasischen Berge, bei der sie einem um den Thron betrogenen Prinzen zu seinem Recht verhelfen. Chabon verknüpft in seinem nur 176 Seiten dünnen Roman Mantel-und-Degen-Abenteuer, Humor à la Woody Allen und ein paar historische Fakten zu einem literarischen Kabinettstück von überschäumender Sprachgewalt.

Sven Puchelt

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Es geschah an einem Samstag

Valerie Wilson Wesley

Was geschah an jenem folgenschweren Samstag 1979, als Marie wegen einem Liebhaber aus dem Leben ihrer Töchter Dani, 7, und Rose, 17 Jahre, einfach verschwand? Ihre Tante Lucille kümmerte sich um die beiden, aber sie tragen schwer an dem Verlust und können dieses mutwillige Verlassen-werden bis heute nicht verarbeiten. Erst Jahrzehnte später erkennen die Schwestern die tragischen Hintergründe.
Erzählt wird uns die Geschichte aus der Sicht Maries, Roses, Danis und ihrer Tante. Wieder ein toller Roman von Valerie Wilson Wesley, der schwarzen Stimme
Amerikas.

Jeannine Beihofer

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Kälteschlaf

Arnaldur Indridason

In seinem achten Fall wird der isländische Kommissar Erlendur zu einem Selbstmord gerufen. Der Fall scheint klar, bis eine Freundin des Opfers ihm eine Kassette übergibt. Maria, die Tote, hatte Kontakt zu einem Medium.
Erlendur wird trotz Skepsis neugierig und beginnt zu ermitteln. Parallel dazu beschäftigt er sich mit einem alten ungelösten Fall, der ihn schon seit dreißig Jahren in seinem Berufsleben begleitet. Es handelt sich dabei um einen verschwundenen jungen Mann, dessen Vater Erlendur in regelmäßigen Abständen aufsucht und sich nach dem Ermittlungsstand erkundigt. Wie der Kommissar mit großer Beharrlichkeit dem Leben Marias nachforscht, welches von einer großen Tragödie in ihrer Kindheit überschattet war, und dabei ein Band zu dem alten Fall knüpft, ist extrem spannend. Im kalten isländischen Herbst wird Erlendur durch die beiden Fälle auch mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert, und die Lösung gestaltet sich als eine universelle
Suche nach Wahrheit. Toll, wenn ein Krimi so etwas kann! Ein leichter, aber guter Krimi mit einer sympathischen Hauptfigur. Ideal für den Sommerurlaub!

Elke Weirauch-Glauben

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Caravaggios Geheimnis

Tilman Röhrig

Dieser historische Roman ist ein spannendes Portrait des bekannten italienischen Malers Caravaggio (1571-1610), der mit seinem neuen Malstil für Bewunderung, aber auch Empörung sorgte. Nach einer harten Lehrzeit in Mailand kommt er 1593 nach Rom. Der künstlerisch hochbegabte Caravaggio muss sich seinen Erfolg dort schwer erkämpfen. Nicht nur Standesdünkel, Abhängigkeit von Mäzenen und die bösartigen Angriffe seiner Konkurrenten machen ihm das Leben schwer. Er steht sich oft mit seinem aufbrausenden Wesen und seinem großen Freiheitsdrang selbst im Weg. Am Ende begeht Caravaggio, von allen in die Enge getrieben,
eine Verzweiflungstat. Röhrig beschreibt das Leben des Malers mit großem Einfühlungsvermögen und gibt einen tiefen Einblick in sein künstlerisches Schaffen. Er entwirft außerdem ein faszinierendes Gesellschaftspanorama dieser Zeit, das den Leser in seinen Bann zieht.hinterlässt.

Anja Saly

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Fallers große Liebe

Thommie Bayer

Bayer beschreibt ein scheu beginnendes Männergespräch mit einer überraschenden Schlusspointe. Der eine ist Alexander, ein junger Buchhändler der mit mäßigem Erfolg ein Antiquariat betreibt. Der andere, Faller, ist ein
wohlhabender Mann, mit dem es das Leben gut meint. Nur seine große Liebe, die hat Faller nicht mehr. Eines Tages steht Faller bei ihm im Laden und macht ihm ein Angebot: „Nehmen Sie auch eine ganze Bibliothek?“ Es ist eine
kostbare Sammlung. Während Alexander überlegt, macht ihm Faller ein überraschendes Angebot: „Begleiten Sie mich auf eine Reise. Sie fahren, ich bezahle Sie.“ Über das Ziel verrät Faller kein Wort. Das Ziel und der Sinn der Reise sind für Alexander nicht erkennbar. Geht es hier um eine Schuld? Um
Rache oder Liebe? Je länger sie unterwegs sind, je länger sie über das Leben und die Liebe reden, desto klarer wird Alexander, dass er endlich Gewissheit über Agnes bekommen muss, seine eigene große Liebe. Buchstäblich auf der letzten Seite löst sich das Rätsel auf!

Barbara Casper

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Unter dunklen Wassern

Bernadette Calonego

„Unter dunklen Wassern" nimmt den Leser mit auf eine abenteuerliche Reise durch die kanadische Wildnis. Die Schweizer Autorin ist Auslandskorrespondentin für die Süddeutsche Zeitung und lebt zurzeit an der Westküste Kanadas. Während des Lesens hatte ich die ganze Zeit eine Karte des Landes neben mir liegen. Die Historikerin Sonja Werner ist im Auftrag ihres Museums unterwegs, um eine Ausstellung über die deutsche Dichterin Else Seel vorzubereiten, die 1927 nach Kanada ausgewandert ist. Heimlich aber versucht sie herauszufinden, was vor drei Jahren wirklich geschah, als ihr Mann und ihr Stiefsohn bei einem Flugzeugabsturz in Kanada ums Leben kamen, und bringt sich dabei selbst in
Lebensgefahr. Auch ihre beste Freundin ist seit damals spurlos verschwunden. Tolle Mischung aus Abenteuerroman, historischer Spurensuche und klassischem Krimi.

Jeannine Beihofer

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Nächsten Sommer

Edgar Rai

Zoe, Felix, Marc und Bernhard sind schon seit Kindertagen befreundet. Eigentlich wollten sie sich nur zum Fußballschauen treffen. Doch Felix hat von seinem Onkel ein Haus in Südfrankreich geerbt und spontan machen sie sich am nächsten Morgen auf den Weg dorthin. In einem schrottreifen VW-Bus beginnt ein Road-Movie der besonderen Art: fünf Tage werden gefüllt mit Atmosphäre,
besonderen Menschen, dramatischen Ereignissen und der Frage „Was ist das Leben?“. Ein Sehnsuchtsbuch, mitreißend, wunderbar und sehr empfehlenswert.

Birgit Rupp

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Barfuß

Elin Hilderbrand

Drei Frauen wollen unbedingt weg aus New York und verbringen daher den Sommer zusammen in einem kleinen Cottage auf der Ferieninsel Nantucket. Jede Frau hat einen Grund, ihrem Leben für eine Zeit lang den Rücken zuzukehren: Vicki hat Lungenkrebs und muss sich einer Chemotherapie unterziehen, ihre Schwester Brenda hat ihre Stelle als Literaturprofessorin verloren und ihre Freundin Melanie erwartet ein Kind – doch ihr Mann hat inzwischen eine andere… Elin Hilderbrand erzählt ernste und tiefgründige Themen auf eine leichte, fast humorvolle Art. Ein Buch, das man nicht mehr aus der Hand legen mag und das noch lange nachwirkt! Nicht stimmig empfinde ich das Cover des Buches, da es eine eher seichte Unterhaltung verspricht und dem Inhalt nicht gerecht wird.

Ulla Zachmann-Leber

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Überm Rauschen

Norbert Scheuer

Nach Jahren kehrt der Ich-Erzähler Leo zurück in seine Heimat in der Eifel, in das Gasthaus seiner Eltern am Fluss. Seine Jugendliebe Alma hat ihn gerufen, weil sein älterer Bruder Hermann den „Verstand verloren hat“. Der Vater,
der allerdings nicht der leibliche Vater der Brüder war, war ein leidenschaftlicher Angler und hat Hermann und Leo schon früh in die Geheimnisse des Fischens eingeweiht. Angelnd im Fluss lässt Leo sein Leben, das seines Bruders und seiner Familie Revue passieren. Die Kindheit am Fluss, die Liebe zu Alma, die sich dann für Hermann entscheidet und doch nicht glücklich wird. Die Rivalität zum Bruder, der eigentlich der begabtere war und doch im bigotten Dorf hängen blieb. Glück und Unglück. „Überm Rauschen“ ist eine meisterhaft erzählte Geschichte, in die man hineingezogen wird, wie in einen Strudel. Gegenwart und Vergangenheit fließen ineinander. Und wenn man auftaucht, ist man ganz verzaubert. Ja, Lesen macht eben doch glücklich.

Margret Thorwart

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Alles über Sally

Arno Geiger

In seinem Roman „Alles über Sally“ beschreibt Geiger äußerst klug und mit seiner unnachahmlichen Erzählkunst eine dreißigjährige Ehe, die an sich zunächst völlig banal erscheint, gleicht sie doch in ihrer Beschreibung so vielen
anderen. Die beiden Protagonisten könnten unterschiedlicher nicht sein und gehen deshalb mit dem Ereignis, das Geiger zu Beginn seines Romans schildert,
völlig konträr um. Alfred leidet sehr unter dem Einbruch in das gemeinsame Haus und erlebt die Verletzung seiner Intimsphäre schmerzlich, er zieht sich zurück. Die starke weibliche Hauptfigur, seine Ehefrau Sally, immer in Bewegung,
immer beharrlich auf der Suche nach Bestätigung und dem sogenannten Glück, wird hingegen weiter vorangetrieben. Dabei nimmt sie rücksichtslos Ehebruch, Lügen und Verletzungen in Kauf. Der Autor möchte aber nicht das Scheitern einer Ehe darstellen, sondern ihm geht es um die Frage, was eine Beziehung trotz aller Brüche und Schwächen nach so vielen Jahren doch noch stärkt und erhält. Gerade Alfred, der Betrogene, ist sich seiner und seltsamerweise auch Sallys Gefühle am sichersten und beschreibt sie völlig treffend. Die einfache Liebeserklärung gegen Ende des Romans macht so „die Geschichte nach dem Happy–End“ zu etwas ganz Besonderem. Arno Geiger ist ein wundervoller,
sensibler Roman über das Leben und die Ehe gelungen, und sein tiefgehender, behutsamer Umgang mit dem Thema lässt staunen. Lesenswert!

Elke Weirauch-Glauben

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Adams Erbe

Astrid Rosenfeld

Ehrlich gesagt war ich erst wenig begeistert, als ich das Buch vom Verlag ans Herz gelegt bekam. Doch dann begann ich zu lesen und änderte ganz schnell meine Meinung. Dieses Buch ist ein Juwel! Die Geschichte beginnt 2004 und handelt von Edward, der mit seiner Mutter bei seiner Großmutter lebt. Der Großvater hat sich auf den Dachboden zurückgezogen und die Familienverhältnisse sind eher unorthodox. Im zweiten Teil des Buches erzählt Edward das Leben seines Großonkels Adam, dem er auch so ähnlich sieht und dessen Geschichte aus dem zweiten Weltkrieg er vor dem Vergessen bewahren möchte. Astrid Rosenfeld ist eine wunderbare Erzählerin, sie gibt jeder Person eine eigene Geschichte, legt in die Tragik eine Leichtigkeit und verfügt über eine Sprachgewalt, die mich beeindruckt hat. Ein sehr kluges, warmherziges und weises Buch gegen das Vergessen.

Birgit Rupp

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Rimbaud und die Dinge des Herzens

Samuel Benchetrit

Der zehnjährige Charly Traoré wächst in einer Pariser Vorstadt in einfachen Verhältnissen auf. Seine Mutter wurde schon öfter von der Polizei abgeholt, meist wegen Charlys sechzehnjährigem Bruder und dessen Drogenproblemen. Diesmal ist es anders. Charlys Mutter hat ihm nicht wie sonst zugelächelt als die Beamten sie mitgenommen haben. Charly begibt sich in der Banlieu auf die Suche nach seinem Bruder, um diesen um Rat zu fragen. Vor einem traurigen und ernsten Hintergrund erzählt der Filmemacher, Schauspieler und Drehbuchautor Benchetrit mit Witz und Einfühlungsvermögen von einem liebenswerten und nachdenklichen Jungen, der mehr Lebensweisheit besitzt als mancher Erwachsene. Fesselnd und wunderschön!

Sven Puchelt

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Little Bee

Chris Cleave

Little Bee ist 16 Jahre alt und aus ihrer Heimat Nigeria nach England geflüchtet. Dort lebt sie zwei Jahre in einem Abschiebegefängnis. Am Tag ihrer Entlassung wendet sie sich an die einzigen Menschen, die sie in diesem Land kennt: Sarah und Andrew. Die Journalisten hatten in Nigeria einen Urlaub verbracht und wurden bei einem Ausflug am Strand in dramatische Begebenheiten verwickelt, die alle drei traumatisierten. Nun tritt Little Bee wieder in ihr Leben und löst damit eine Kette von Reaktionen aus, die alles verändert. Dieses Buch ist eigentlich unbeschreiblich, Chris Cleave besticht durch eine ganz klare Sprache und einen herausragenden Erzählstil, er wühlt auf und verstört und lenkt den Blick auf Tatsachen, die wir westliche Wohlstandsmenschen nur zu gerne übersehen. Ein Buch, das sehr nachdenklich macht und beim Leser tiefgreifende Spuren hinterlässt.

Birgit Rupp

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Die hellen Tage

Zsuzsa Bánk

In einer wunderschönen, poetischen Sprache schildert die Autorin die Kindheit und Freundschaft dreier Kinder im Süddeutschland der sechziger Jahre. Sie bedient sich einer langsamen, magischen Erzählweise, die der kindlichen Betrachtungswelt sehr entgegenkommt. Man wird von den bildgewaltigen Beschreibungen verzaubert. Mir als Leserin drängte sich bei der Beschreibung die Vorstellung eines träge fließenden, zauberhaft glitzernden Wassers auf. Erst langsam werden, um bei dem Bild zu bleiben, Untiefen und bedrohliche Stellen sichtbar. Evi, eine ehemalige ungarische Artistin, zieht mit ihrer Tochter Aja an den Rand eines Dorfes und wird zum Mittelpunkt der Geschehnisse. Sie zieht die handelnden Personen zu sich her und verwebt deren Leben mit dem eigenen. Ihr baufälliges Häuschen mit Garten wird gleichsam die sprichwörtliche Kindheitsidylle für Aja, Seri und Karl. Nach und nach wird dem Leser aber auch das Unaussprechliche und Tragische gezeigt. Frühe Verluste prägen das Leben der Protagonisten. Wenn am Ende der Geschichte der Leser, eher widerwillig, die mittlerweile erwachsenen Kinder und deren Familien verlässt, bleibt aber das befriedigende Gefühl, dass eher die hellen Tage überwogen. Zsuzsa Bánk ist sprachlich und inhaltlich ein besonderes Buch über das Leben gelungen.

Elke Weirauch-Glauben

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Léon und Louise

Alex Capus

So beginnt ein gutes Buch: eine grandiose Anfangsszene, die das Ende der Geschichte erzählt, nämlich die Beerdigung von Léon Le Gall 1986. Obwohl nicht  gläubig, hat Léon bestimmt, dass er eine Totenmesse  in der Kirche von Notre Dame mit viel Weihrauch, lateinischer Liturgie, gregorianischen Gesängen - eben mit allem was dazugehört - haben möchte. Nun sitzen seine zahlreichen Nachkommen dort - schweigsame Männer mit dem typisch „flachen“ Hinterkopf der Normannen und lebenstüchtige Frauen - und warten auf den Beginn der Trauerfeier. Plötzlich betritt eine kleine alte Dame die Kirche, trippelt resolut nach vorne zum offenen Sarg, legt eine Fahrradglocke hinein, küsst Léon und verschwindet wieder. Keiner kennt sie, doch jeder weiß, wer sie ist: Louise Janvier. Mit der Fahrradglocke beginnt 1918 die Geschichte. Léon, unterwegs mit dem Rad nach Saint-Luc-sur-Marne, um dort seine Stelle als Morseassistent anzutreten, wird überholt von einem Mädchen: Louise. Schnell wird aus den beiden ein Paar, genauso schnell verlieren sie sich wieder. Bei einem Fliegerangriff werden beide verletzt,  in verschiedene Lazarette eingeliefert und vorschnell für tot erklärt. Zehn Jahre später begegnen sie sich zufällig in Paris wieder. Léon ist inzwischen mit Yvonne verheiratet. Der Roman wird aus der Sicht des Enkels in Ich-Form erzählt (in der Figur Léons steckt wohl viel von Capus’ Großvater). Und wie immer gelingt es Capus gekonnt aus realen Ereignissen und historischen Tatsachen eine wunderbare Geschichte zu spinnen, in der auch das bewegte 20. Jahrhundert mit seinen zwei Weltkriegen eine tragende Rolle spielt.

Margret Thorwart

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Allmen und die Libellen

Martin Suter

Allmen ist ein Virtuose des Schuldenmachens.  Er führt in Zürich ein aufwändiges Leben, das er sich eigentlich nicht mehr leisten kann. Immer mehr seiner Besitztümer muss er veräußern. Nachdem auch seine Stadtvilla verkauft ist, lebt er mit seinem Diener Carlos im Gartenhäuschen. Eine diskrete Geschäftsbeziehung zu einem Antiquitätenhändler hilft ihm immer wieder aus der Bredouille.  Bis ihn nach einem alkoholseligen Opernabend Jojo, eine heißhungrige junge Frau, in die Seevilla ihres Vaters abschleppt und er dort eine Sammlung von fünf bezaubernden Jugendstil-Schalen entdeckt. Jede mit einem Geheimnis. „Allmen und die Libellen“ ist der Auftakt zur ersten Krimibuchserie des Autors – unterhaltsam und spannend erzählt!

Barbara Casper

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Angerichtet

Herman Koch

Zwei sich nicht besonders nahestehende Brüder mit ihren Ehefrauen treffen sich in einem Spitzenrestaurant zum Abendessen. Der Ich- Erzähler Paul ist Lehrer, sein Bruder Serge ein aufstrebender Politiker. Dass es bei dem Treffen um mehr geht, als mehr oder weniger ungezwungenes Beisammensein wird dem Leser schnell klar. Bei der Vorspeise kommt der Roman noch ironisch-witzig daher, die Abgründe, die Herman Koch dann jedoch beim Hauptgang und zum Dessert auftischt, sind nicht leicht verdaulich, denn die Söhne der Paare haben etwas „angerichtet“ und nun stellt sich die Frage, wie damit umzugehen ist. Ein zu Recht hochdekorierter, literarischer Roman über Schuld, Moral, Macht und Ohnmacht.

Sven Puchelt

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Rubinrotes Herz, eisblaue See

Morgan Callan Rogers

Die elfjährige Florine lebt behütet und geborgen in einem Fischerdorf an der Küste Maines. Ihre Familie lebt, wie die meisten anderen Dorfbewohner, vom Hummerfang. Als Florines Mutter Carlie von einem auf den anderen Tag spurlos verschwindet, bricht Florines Welt zusammen. Das Verschwinden ihrer Mutter wird nie aufgeklärt und Florine wartet unbeirrbar auf ihre Rückkehr. Sie erträgt es kaum mit anzusehen, dass für alle anderen das Leben einfach weiterzugehen scheint. Ihr einziger Halt ist ihre Großmutter: „Es war gut, dass Grand mich liebte, denn in dem Frühjahr, als ich vierzehn wurde, hätte mir jeder andere einen Zentnersack Zement ans Bein gebunden und mich im Meer versenkt.“ Morgan Callan Rogers hat ein Buch über das Erwachsenwerden geschrieben, zum Lachen und zum Weinen!

Ulla Zachmann

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Hunkeler und die Augen des Ödipus

Hansjörg Schneider

Basel in Aufruhr. Wenige Tage nach der spektakulären und umstrittenen Aufführung von „König Ödipus“ ist der Theaterdirektor Bernhard Vetter spurlos verschwunden. Sein Hausboot treibt herrenlos im Basler Rheinhafen. Kommissär Hunkeler, eigentlich schon im Beinahe-Ruhestand aber uneigentlich doch noch nicht so ganz bereit „die Bühne zu verlassen“, ermittelt auf eigene Faust. Er taucht ein ins Theatermilieu und in die schillernde Halbwelt des Basler Rheinhafens. Im Niemandsland zwischen der Schweiz, Deutschland und Frankreich herrschen eigene Gesetzmäßigkeiten. Die zwiespältigen Gefühle, die die bevorstehende Pensionierung in Hunkeler auslösen, sind sozusagen die „Hintergrundmusik“ der Geschichte. Gut gefallen haben mir auch die stimmungsvoll beschriebenen Szenen im Elsass, wo Hunkelers Wochenendhäuschen steht. Und immer wenn er „seine Mitte“ sucht, zieht er sich dorthin zurück und solidarisiert sich mit Hahn Fritz, ebenfalls ein in die Jahre gekommenes „Auslaufmodell“! Ein schön zu lesender Krimi.

Margret Thorwart

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Die Landkarte der Zeit

Felix J. Palma

Die „Landkarte der Zeit“ ist ein Schmöker, in den ich einfach eingetaucht bin – genau das richtige Buch für verregnete Herbsttage auf der Couch!
London, 1896: Andrew, ein wohlhabender Fabrikantensohn, reist in die Vergangenheit, um seine große Liebe wiederzugewinnen. Die junge Claire macht eine Zeitreise aus dem viktorianischen London ins Jahr 2000 und trifft den Mann, in den sie sich unsterblich verlieben wird. Inspektor Garrett jagt einen Mörder, der seine Opfer mit Waffen tötet, die noch gar nicht erfunden wurden. Alle Fäden laufen bei einem dämonischen Bibliothekar zusammen. Nur er kennt das Geheimnis der Landkarte der Zeit.
Ein Fest der Phantasie, in dem der Leser Jack the Ripper - begegnet und H.G. Wells, den Erfinder der Zeitmaschine, in einer völlig überraschenden Rolle kennenlernt.

Birgit Rupp

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Wie Mr. Rosenblum in England sein Glück fand

Natasha von Solomons

Jack Rosenblum emigriert 1937 mit Frau und Tochter nach England. Bei der Ankunft wird ihm eine kleine Broschüre überreicht, die der jüdischen Familie die Eingliederung in das neue Leben vereinfachen soll. Mit Hilfe einer Liste, die er Punkt für Punkt abarbeitet, ist der kauzige Neu-Engländer tatsächlich erfolgreich. Wie Rosenblum mit schier unglaublicher Energie darangeht ein richtiger Engländer zu werden, ist zugleich komisch und anrührend. Schließlich fehlt ihm nur noch die Mitgliedschaft in einem Golfclub, um seinem perfekten Bild eines britischen Gentleman zu entsprechen. Doch diese Sache gestaltet sich nicht so einfach, versteht doch der Engländer an sich mit seinem Volkssport keinen Spaß. Wie Jack dem Spleen der Briten und allen Widrigkeiten begegnet ist so unglaublich witzig, dass der Leser leicht vergessen könnte, welch ernster Hintergrund der Geschichte zugrunde liegt. Deshalb stellt die Autorin der Hauptfigur seine Frau Sarah gegenüber. Im Gegensatz zu ihm kann und will sie nicht vergessen, ist ihre Erinnerung doch die einzige Verbindung zur toten Familie und der verloren Heimat. Solomons zeigt hier zwei Figuren, die völlig konträr mit dem Thema Heimat und Identität umgehen. Es gelingt ihr aber, dem Leser mit ihrer liebevollen Darstellung große Sympathien für beide zu erwecken, und dies macht den besonderen Reiz dieses herzerwärmenden Buches aus. Die Autorin hat ihren Großeltern mit diesem Roman ein wunderbares Denkmal gesetzt - und den Lesern vergnügliche und nachdenkliche Lesezeit geschenkt.

Elke Weirauch-Glauben

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Liebste Tess…

Rosamund Lupton

Die Schwestern Beatrice und Tess sind nicht nur durch 5 Jahre Altersunterschied, sondern auch durch eine große räumliche Entfernung voneinander getrennt. Beatrice, die Karrierefrau, lebt in New York, ihre "kleine" Schwester Tess ist Kunststudentin in London. Doch die beiden Frauen verbindet sehr viel und sie stehen eigentlich täglich in Kontakt miteinander. Dann wird Tess plötzlich vermisst und Beatrice reist nach London, um ihre Schwester zu suchen. Der schreckliche Verdacht bestätigt sich, Tess wird tot im Hyde Park aufgefunden. Alles deutet auf einen Selbstmord hin. Doch Beatrice glaubt nicht daran - sie weiß, dass sich ihre Schwester niemals das Leben genommen hätte. In einem Brief an Tess berichtet Beatrice von ihrer einsamen Suche nach dem Mörder – dabei bekommt man ein Bild der gemeinsamen Vergangenheit und erlebt die Veränderungen der Gegenwart mit. Bis zum absolut überraschenden Schluss war ich von der Geschichte der Schwestern gefesselt und konnte das Ende nur schwer annehmen…

Birgit Rupp

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Dreizehn Stunden

Deon Meyer

Was für ein rasanter Krimi. Er beginnt morgens um 5:36 und endet am gleichen Tag um 19:51, spielt sich also, wie der Titel schon ankündigt, innerhalb von dreizehn Stunden ab. Ort der Handlung ist Kapstadt. Eine amerikanische Touristin ist ermordet worden, eine zweite wird von den Mördern durch die Stadt gejagt und traut sich nicht zur Polizei zu gehen. Ein Musikproduzent liegt tot in seinem Haus und Inspektor Benny Griessel kämpft mit privaten Problemen. Hochspannende Krimihandlung, gut gezeichnete Charaktere und immer wieder die Schwierigkeiten unterschiedliche Bevölkerungsgruppen zumindest in staatlichen Behörden vertrauensvoll zusammenarbeiten zu lassen. Deon Meyer at it’s best!

Sven Puchelt

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