Unsere Kundenbriefe

In unserem Kundenbrief (PDF) stellen wir Ihnen regelmäßig interessante Neuerscheinungen vor und informieren über unsere Veranstaltungen. Der aktuelle Kundenbrief liegt auch in gedruckter Form in unseren Buchhandlungen aus.

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Belletristik

Der komische Kanon

Heiko Arntz

Nach dem Tode Loriots habe ich im englischen "Guardian" einen Nachruf gelesen, der folgendermaßen begann: "Germany is known for many things: reliable cars, punctual trains, a national reluctance to cross the road if the lights are on red. Comedy, though, not so much."  Auch wir Deutschen klagen oft über unseren fehlenden Humor. Heiko Arntz beweist uns mit seiner Anthologie nun jedoch, dass es in der deutschen Prosa, und nur um diese geht es in dem 750 Seiten starken Werk, durchaus viele bedeutende Humoristen gab und gibt. In einem weiten Bogen umspannt Arntz fünf Jahrhunderte, beginnend bei Heinrich Bebel und endend bei Simon Borowiak, und lässt den staunenden Leser viele Autoren und Autorinnen neu entdecken. Eine Fundgrube, ein Hausbuch, ein Schatz!

Sven Puchelt

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Der Hals der Giraffe

Judith Schalansky

Inge Lohmark, Biologielehrerin an einer langsam sterbenden Schule in der vorpommerschen Provinz, kommt schon lange nicht mehr mit dem Leben zurecht. Niemand scheint sich mehr an die Naturgesetze zu halten, die für sie die Grundlage allen Lebens bedeuten. Ihre Schüler, ihre Kollegen, ihre ganze Umwelt wird bei Inge Lohmark nach darwinschen Regeln kategorisiert. Doch ganz langsam kommt ihr Weltbild ins Wanken. Judith Schalanskys wunderschön gestaltetes Buch ist ein bitterböser und höchst unterhaltsamer Roman, der auch die Bezeichnung "Bildungsroman" völlig zu Recht trägt.

Sven Puchelt

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Mittelreich

Josef Bierbichler

Ein berühmter Satz Kafkas lautet: "Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns".  Ein solches Buch ist "Mittelreich". Geschrieben hat es der Film- und Theaterschauspieler Josef Bierbichler. Bierbichler ist am Starnberger See auf einem Hof und Gasthaus aufgewachsen. Dort spielt auch sein Roman. Und obwohl es kein autobiografisches Porträt der Familie des Autors ist, wird schnell klar, dass ihm die Mentalität von Land und Leuten vertraut ist. Der Roman beginnt 1914 mit der Mobilmachung und endet ungefähr 1984 mit der Wiederaufrüstungsdebatte. Das gesamte 20. Jahrhundert mit seinen politischen Ereignissen und gesellschaftlichen Veränderungen spiegelt sich wider in den Lebens- und Leidensgeschichten der Figuren und ihrer Sehnsucht nach Heimat als Zufluchtsort. Ein bemerkenswertes Buch, sprachgewaltig, voller Wut und Zärtlichkeit. Wer lieber hört als liest, dem empfehle ich das Hörbuch. Josef Bierbichler liest es selbst und besser könnte es auch keiner.

Margret Thorwart

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Madame Hemingway

Paula McLain

Paula McLains Roman "Madame Hemingway" handelt von Ernest Hemingways erster Ehefrau Hadley Richardson. Die Autorin hat zahlreiche Briefwechsel und Biographien gelesen und hat diese Fakten als Rahmen für ihren Roman benutzt. Im Jahre 1920 lernt die 28jährige Hadley den sieben Jahre jüngeren Ernest Hemingway kennen. Die beiden verlieben sich und wandern nach der Hochzeit nach Paris aus. "Madame Hemingway" ist eine spannende Beschreibung über das Leben im Paris der 20er Jahre. Im Bekanntenkreis der Hemingways begegnen uns viele heutzutage bekannte Schriftstellergrößen wie Gertrude Stein, James Joyce und Scott Fitzgerald. Der Roman ist aber auch die Geschichte einer Ehe, die mit so vielen Versprechen und ehrlichen Vorsätzen beginnt, am Ende dann aber immer komplizierter wird und schließlich scheitert. 

Ulla Zachmann-Leber

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Die letzte Flucht

Wolfgang Schorlau

Der sechste Fall um den ehemaligen BKA-Fahnder und jetzigen Privatermittler Georg Dengler spielt  dieses Mal in Berlin. Ein Medizinprofessor, Forscher an der Berliner Charité, wird verdächtigt, ein Mädchen vergewaltigt und ermordet zu haben. Sein Freund und Anwalt ist fest von dessen Unschuld überzeugt und engagiert Georg Dengler, der Beweise dafür finden soll. Zeitgleich wird der Europachef eines Pharmakonzerns entführt. Der Entführer will kein Geld und verspricht die sofortige Freilassung, wenn dieser folgende Frage ehrlich beantwortet: "Was verkaufen Sie wirklich?" Wie immer verknüpft Schorlau ein aktuelles Thema mit einer spannenden Krimihandlung. Hier geht es um die Machenschaften der Pharmaindustrie. Zwei Jahre hat Schorlau für seinen neuen Krimi recherchiert und weiß nun: "Die Pharmaindustrie wird von einer beispiellosen kriminellen Energie getrieben." 

Margret Thorwart

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Im Eis

Melanie McGrath

Der Schauplatz dieses Krimis, Edward Islands, befindet sich in der Nähe des Nordpols. Edi Kiglatuk, eine Inuit, lebt hier als Arktis-Jägerin. Bei einer von ihr geführten Jagdexpedition kommt ein Mann unter mysteriösen Umständen ums Leben. Der Rat der Dorfältesten möchte diesen Todesfall gern vertuschen. Nachdem es aber einen weiteren Mord gibt, beginnt Edi selbst zu recherchieren. Sie macht sich dabei innerhalb ihrer Gemeinschaft, aber auch international mächtige Feinde und muss bald um ihr eigenes Leben bangen. Die Handlung ist sehr spannend und hält viele unerwartete Wendungen bereit. Das Buch gibt auch einen interessanten Einblick in das Alltagsleben der Inuit, das von extremen Umweltbedingungen und einer sozial angespannten Lage geprägt ist.

Anja Saly

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Die Akte Rosenherz

Jan Seghers

In seinem vierten Roman um den Frankfurter Kommissar Marthaler lässt Jan Seghers einen vierzig Jahre alten Mord an einer Prostituierten wieder aufrollen. Daneben muss der Polizist noch einen Kunstraub aufklären, bei dem seine schwangere Verlobte Tereza schwer verletzt wurde.  Privat in einer traumatischen Situation gefangen, wird der Kommissar von einer jungen Journalistin unterstützt, die sich auf merkwürdige Weise  in den Fall der toten Karin Rosenherz verbissen hat.  Die Zusammenarbeit der beiden  macht einen der besonderen Reize des Romans aus, hat der Autor mit  Anna Buchwald doch eine unglaublich komplexe Figur geschaffen, die geradezu durch die Handlung "fegt". Jan Seghers lässt sich viel Zeit für seine Figuren und Ihre Beweggründe. Ein anderer Höhepunkt des Romans ist die Schilderung der sechziger Jahre und ihrer gesellschaftlichen  Zwänge, die für den Fall nicht unerheblich sind. Äußerst spannend und sprachlich gelungen ist der Krimi, der auf einem wahren Fall beruht,  nicht nur für Leser zu empfehlen, die Frankfurter Lokalkolorit lieben.

Elke Weirauch-Glauben

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Ameisenroman

E.O. Wilson

E.O. Wilson ist der bekannteste Biologe unserer Zeit und Begründer der Soziobiologie. Nach einigen Sachbüchern hat er nun mit 81 Jahren seinen ersten Roman geschrieben. "Ameisenroman" erzählt die aufregenden Abenteuer eines Huckleberry Finn unserer Tage. Raffs Forscherdrang macht ihn zum Zeugen der Entstehung und Zerstörung von vier Ameisenvölkern, deren Geschichten "Epen auf einem Picknickplatz" gleichen. In der "Ameisenchronik", Raffs Abschlussarbeit am College und zugleich das literarische Herzstück des Romans, wird von ihnen berichtet. Trotz seiner vielversprechenden Anfänge als Naturforscher entscheidet sich Raff für ein Jurastudium in Harvard. Und bald wartet eine große Herausforderung auf ihn: Ein Immobilienunternehmen will sich die Nokobee-Wildnis seiner Jugend unter den Nagel reißen. In einem atemberaubenden Ende, das kein Leser so leicht vergisst, bekommt er es mit den wütenden und korrupten Geistern eines alten Südens zu tun, den er längst untergegangen glaubte. "Ameisenroman" ist eine raffinierte Mischung aus Thriller, Familiensaga und Parabel. Er fasziniert nicht nur durch die verblüffenden Wendungen, wundervollen Naturbeschreibungen und bestürzenden Enthüllungen seiner Geschichte, sondern vermittelt seinen Lesern auch neue Einsichten in den Sinn des Lebens und Überlebens in unserer sich rasch verändernden Welt. 

Birgit Rupp

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Der Sonnenfürst

Tilman Röhrig

Im Jahr 1733 wird am Kölntor in Brühl vor den Augen der Gänsemagd Margaretha heimtückisch ein adliger Kavalier ermordet. Der Tote ist der Favorit des Kurfürsten Clemens August, auch Sonnenfürst genannt. Margaretha findet am Hofe eine Anstellung als Zofe. Dort schwebt sie aber in großer Gefahr. Denn Intriganten des Hofstaates wollen sie mit allen Mitteln zum Schweigen bringen und auch der Kurfürst soll gestürzt werden. Nur seinen engsten Dienern und der Harfespielerin Mechthild Brion kann er noch vertrauen. Der Roman lässt die kurfürstliche Zeit mit ihrem Glanz und ihrer Pracht auferstehen und die zahlreich auftretenden Personen sind wunderbar gezeichnet. Es ist eine gelungene Mischung aus historischen Fakten und Fiktion.

Anja Saly

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dtv Jubiläumsedition

Taschenbuch Verlag mit einer Jubiläumsedition, in der bis Oktober 24 Highlights der Verlagsgeschichte in bibliophilen, flexiblen Leinenausgaben herausgebracht werden. Bölls „Irisches Tagebuch“ (das erste Buch des Verlages überhaupt) ist genauso dabei wie Tolkiens „Kleiner Hobbit“, „Die philosophische Hintertreppe“ von Weischedel oder Erich Fromms „Haben oder Sein“. Bücher zum Neuoder
Wiederentdecken.

Sven Puchelt

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Schurken der Landstraße

Michael Chabon

Großartige Unterhaltung bietet Chabons bislang letzter Roman, der in den USA unter dem etwas passenderen Titel „Gentlemen of the Road“ erschienen ist. Schauplatz dieses Abenteuer- und Schelmenromans ist das historisch reale Chasarische Reich im 10. Jahrhundert. Hier begleiten wir Chabons Helden, Zelikman, den jüdischen Weltenbummler aus Regensburg und seinen, ebenfalls
jüdischen, schwarzafrikanischen Freund Amram auf Ihrer abenteuerlichen und teils grotesken Reise durch die kaukasischen Berge, bei der sie einem um den Thron betrogenen Prinzen zu seinem Recht verhelfen. Chabon verknüpft in seinem nur 176 Seiten dünnen Roman Mantel-und-Degen-Abenteuer, Humor à la Woody Allen und ein paar historische Fakten zu einem literarischen Kabinettstück von überschäumender Sprachgewalt.

Sven Puchelt

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Es geschah an einem Samstag

Valerie Wilson Wesley

Was geschah an jenem folgenschweren Samstag 1979, als Marie wegen einem Liebhaber aus dem Leben ihrer Töchter Dani, 7, und Rose, 17 Jahre, einfach verschwand? Ihre Tante Lucille kümmerte sich um die beiden, aber sie tragen schwer an dem Verlust und können dieses mutwillige Verlassen-werden bis heute nicht verarbeiten. Erst Jahrzehnte später erkennen die Schwestern die tragischen Hintergründe.
Erzählt wird uns die Geschichte aus der Sicht Maries, Roses, Danis und ihrer Tante. Wieder ein toller Roman von Valerie Wilson Wesley, der schwarzen Stimme
Amerikas.

Jeannine Beihofer

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Kälteschlaf

Arnaldur Indridason

In seinem achten Fall wird der isländische Kommissar Erlendur zu einem Selbstmord gerufen. Der Fall scheint klar, bis eine Freundin des Opfers ihm eine Kassette übergibt. Maria, die Tote, hatte Kontakt zu einem Medium.
Erlendur wird trotz Skepsis neugierig und beginnt zu ermitteln. Parallel dazu beschäftigt er sich mit einem alten ungelösten Fall, der ihn schon seit dreißig Jahren in seinem Berufsleben begleitet. Es handelt sich dabei um einen verschwundenen jungen Mann, dessen Vater Erlendur in regelmäßigen Abständen aufsucht und sich nach dem Ermittlungsstand erkundigt. Wie der Kommissar mit großer Beharrlichkeit dem Leben Marias nachforscht, welches von einer großen Tragödie in ihrer Kindheit überschattet war, und dabei ein Band zu dem alten Fall knüpft, ist extrem spannend. Im kalten isländischen Herbst wird Erlendur durch die beiden Fälle auch mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert, und die Lösung gestaltet sich als eine universelle
Suche nach Wahrheit. Toll, wenn ein Krimi so etwas kann! Ein leichter, aber guter Krimi mit einer sympathischen Hauptfigur. Ideal für den Sommerurlaub!

Elke Weirauch-Glauben

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Caravaggios Geheimnis

Tilman Röhrig

Dieser historische Roman ist ein spannendes Portrait des bekannten italienischen Malers Caravaggio (1571-1610), der mit seinem neuen Malstil für Bewunderung, aber auch Empörung sorgte. Nach einer harten Lehrzeit in Mailand kommt er 1593 nach Rom. Der künstlerisch hochbegabte Caravaggio muss sich seinen Erfolg dort schwer erkämpfen. Nicht nur Standesdünkel, Abhängigkeit von Mäzenen und die bösartigen Angriffe seiner Konkurrenten machen ihm das Leben schwer. Er steht sich oft mit seinem aufbrausenden Wesen und seinem großen Freiheitsdrang selbst im Weg. Am Ende begeht Caravaggio, von allen in die Enge getrieben,
eine Verzweiflungstat. Röhrig beschreibt das Leben des Malers mit großem Einfühlungsvermögen und gibt einen tiefen Einblick in sein künstlerisches Schaffen. Er entwirft außerdem ein faszinierendes Gesellschaftspanorama dieser Zeit, das den Leser in seinen Bann zieht.hinterlässt.

Anja Saly

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Fallers große Liebe

Thommie Bayer

Bayer beschreibt ein scheu beginnendes Männergespräch mit einer überraschenden Schlusspointe. Der eine ist Alexander, ein junger Buchhändler der mit mäßigem Erfolg ein Antiquariat betreibt. Der andere, Faller, ist ein
wohlhabender Mann, mit dem es das Leben gut meint. Nur seine große Liebe, die hat Faller nicht mehr. Eines Tages steht Faller bei ihm im Laden und macht ihm ein Angebot: „Nehmen Sie auch eine ganze Bibliothek?“ Es ist eine
kostbare Sammlung. Während Alexander überlegt, macht ihm Faller ein überraschendes Angebot: „Begleiten Sie mich auf eine Reise. Sie fahren, ich bezahle Sie.“ Über das Ziel verrät Faller kein Wort. Das Ziel und der Sinn der Reise sind für Alexander nicht erkennbar. Geht es hier um eine Schuld? Um
Rache oder Liebe? Je länger sie unterwegs sind, je länger sie über das Leben und die Liebe reden, desto klarer wird Alexander, dass er endlich Gewissheit über Agnes bekommen muss, seine eigene große Liebe. Buchstäblich auf der letzten Seite löst sich das Rätsel auf!

Barbara Casper

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Unter dunklen Wassern

Bernadette Calonego

„Unter dunklen Wassern" nimmt den Leser mit auf eine abenteuerliche Reise durch die kanadische Wildnis. Die Schweizer Autorin ist Auslandskorrespondentin für die Süddeutsche Zeitung und lebt zurzeit an der Westküste Kanadas. Während des Lesens hatte ich die ganze Zeit eine Karte des Landes neben mir liegen. Die Historikerin Sonja Werner ist im Auftrag ihres Museums unterwegs, um eine Ausstellung über die deutsche Dichterin Else Seel vorzubereiten, die 1927 nach Kanada ausgewandert ist. Heimlich aber versucht sie herauszufinden, was vor drei Jahren wirklich geschah, als ihr Mann und ihr Stiefsohn bei einem Flugzeugabsturz in Kanada ums Leben kamen, und bringt sich dabei selbst in
Lebensgefahr. Auch ihre beste Freundin ist seit damals spurlos verschwunden. Tolle Mischung aus Abenteuerroman, historischer Spurensuche und klassischem Krimi.

Jeannine Beihofer

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Nächsten Sommer

Edgar Rai

Zoe, Felix, Marc und Bernhard sind schon seit Kindertagen befreundet. Eigentlich wollten sie sich nur zum Fußballschauen treffen. Doch Felix hat von seinem Onkel ein Haus in Südfrankreich geerbt und spontan machen sie sich am nächsten Morgen auf den Weg dorthin. In einem schrottreifen VW-Bus beginnt ein Road-Movie der besonderen Art: fünf Tage werden gefüllt mit Atmosphäre,
besonderen Menschen, dramatischen Ereignissen und der Frage „Was ist das Leben?“. Ein Sehnsuchtsbuch, mitreißend, wunderbar und sehr empfehlenswert.

Birgit Rupp

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Barfuß

Elin Hilderbrand

Drei Frauen wollen unbedingt weg aus New York und verbringen daher den Sommer zusammen in einem kleinen Cottage auf der Ferieninsel Nantucket. Jede Frau hat einen Grund, ihrem Leben für eine Zeit lang den Rücken zuzukehren: Vicki hat Lungenkrebs und muss sich einer Chemotherapie unterziehen, ihre Schwester Brenda hat ihre Stelle als Literaturprofessorin verloren und ihre Freundin Melanie erwartet ein Kind – doch ihr Mann hat inzwischen eine andere… Elin Hilderbrand erzählt ernste und tiefgründige Themen auf eine leichte, fast humorvolle Art. Ein Buch, das man nicht mehr aus der Hand legen mag und das noch lange nachwirkt! Nicht stimmig empfinde ich das Cover des Buches, da es eine eher seichte Unterhaltung verspricht und dem Inhalt nicht gerecht wird.

Ulla Zachmann-Leber

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Überm Rauschen

Norbert Scheuer

Nach Jahren kehrt der Ich-Erzähler Leo zurück in seine Heimat in der Eifel, in das Gasthaus seiner Eltern am Fluss. Seine Jugendliebe Alma hat ihn gerufen, weil sein älterer Bruder Hermann den „Verstand verloren hat“. Der Vater,
der allerdings nicht der leibliche Vater der Brüder war, war ein leidenschaftlicher Angler und hat Hermann und Leo schon früh in die Geheimnisse des Fischens eingeweiht. Angelnd im Fluss lässt Leo sein Leben, das seines Bruders und seiner Familie Revue passieren. Die Kindheit am Fluss, die Liebe zu Alma, die sich dann für Hermann entscheidet und doch nicht glücklich wird. Die Rivalität zum Bruder, der eigentlich der begabtere war und doch im bigotten Dorf hängen blieb. Glück und Unglück. „Überm Rauschen“ ist eine meisterhaft erzählte Geschichte, in die man hineingezogen wird, wie in einen Strudel. Gegenwart und Vergangenheit fließen ineinander. Und wenn man auftaucht, ist man ganz verzaubert. Ja, Lesen macht eben doch glücklich.

Margret Thorwart

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Alles über Sally

Arno Geiger

In seinem Roman „Alles über Sally“ beschreibt Geiger äußerst klug und mit seiner unnachahmlichen Erzählkunst eine dreißigjährige Ehe, die an sich zunächst völlig banal erscheint, gleicht sie doch in ihrer Beschreibung so vielen
anderen. Die beiden Protagonisten könnten unterschiedlicher nicht sein und gehen deshalb mit dem Ereignis, das Geiger zu Beginn seines Romans schildert,
völlig konträr um. Alfred leidet sehr unter dem Einbruch in das gemeinsame Haus und erlebt die Verletzung seiner Intimsphäre schmerzlich, er zieht sich zurück. Die starke weibliche Hauptfigur, seine Ehefrau Sally, immer in Bewegung,
immer beharrlich auf der Suche nach Bestätigung und dem sogenannten Glück, wird hingegen weiter vorangetrieben. Dabei nimmt sie rücksichtslos Ehebruch, Lügen und Verletzungen in Kauf. Der Autor möchte aber nicht das Scheitern einer Ehe darstellen, sondern ihm geht es um die Frage, was eine Beziehung trotz aller Brüche und Schwächen nach so vielen Jahren doch noch stärkt und erhält. Gerade Alfred, der Betrogene, ist sich seiner und seltsamerweise auch Sallys Gefühle am sichersten und beschreibt sie völlig treffend. Die einfache Liebeserklärung gegen Ende des Romans macht so „die Geschichte nach dem Happy–End“ zu etwas ganz Besonderem. Arno Geiger ist ein wundervoller,
sensibler Roman über das Leben und die Ehe gelungen, und sein tiefgehender, behutsamer Umgang mit dem Thema lässt staunen. Lesenswert!

Elke Weirauch-Glauben

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Adams Erbe

Astrid Rosenfeld

Ehrlich gesagt war ich erst wenig begeistert, als ich das Buch vom Verlag ans Herz gelegt bekam. Doch dann begann ich zu lesen und änderte ganz schnell meine Meinung. Dieses Buch ist ein Juwel! Die Geschichte beginnt 2004 und handelt von Edward, der mit seiner Mutter bei seiner Großmutter lebt. Der Großvater hat sich auf den Dachboden zurückgezogen und die Familienverhältnisse sind eher unorthodox. Im zweiten Teil des Buches erzählt Edward das Leben seines Großonkels Adam, dem er auch so ähnlich sieht und dessen Geschichte aus dem zweiten Weltkrieg er vor dem Vergessen bewahren möchte. Astrid Rosenfeld ist eine wunderbare Erzählerin, sie gibt jeder Person eine eigene Geschichte, legt in die Tragik eine Leichtigkeit und verfügt über eine Sprachgewalt, die mich beeindruckt hat. Ein sehr kluges, warmherziges und weises Buch gegen das Vergessen.

Birgit Rupp

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Rimbaud und die Dinge des Herzens

Samuel Benchetrit

Der zehnjährige Charly Traoré wächst in einer Pariser Vorstadt in einfachen Verhältnissen auf. Seine Mutter wurde schon öfter von der Polizei abgeholt, meist wegen Charlys sechzehnjährigem Bruder und dessen Drogenproblemen. Diesmal ist es anders. Charlys Mutter hat ihm nicht wie sonst zugelächelt als die Beamten sie mitgenommen haben. Charly begibt sich in der Banlieu auf die Suche nach seinem Bruder, um diesen um Rat zu fragen. Vor einem traurigen und ernsten Hintergrund erzählt der Filmemacher, Schauspieler und Drehbuchautor Benchetrit mit Witz und Einfühlungsvermögen von einem liebenswerten und nachdenklichen Jungen, der mehr Lebensweisheit besitzt als mancher Erwachsene. Fesselnd und wunderschön!

Sven Puchelt

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